HWK Cottbus

Dachdecker-Innung Cottbus11 neue Dachdeckergesellen freigesprochen

Im Lehrbauhof Großräschen sind am 8. Juli die neuen Gesellen des Cottbuser Dachdeckerhandwerks freigesprochen worden. Insgesamt traten 13 Prüflinge zur Gesellenprüfung an, 11 von ihnen bestanden erfolgreich. Als beste Dachdecker-Gesellin wurde Pauline Haubenreißer ausgezeichnet.



HWK Cottbus
Beste Dachdeckerin des Jahrgangs 2026 Pauline Haubenreißer

HWK Cottbus



Für Jürgen Naujokat, Geschäftsführer der Dachdecker-Innung Cottbus war die diesjährige Freisprechung in mehrfacher Hinsicht besonders. „Noch nie hatten wir drei Mädchen mit dabei“, betonte er in seiner Ansprache. Zugleich würdigte er den Durchhaltewillen aller Absolventen: „Ihr habt es geschafft – die drei Jahre liegen hinter euch.“



Besonders hob Naujokat auch drei junge Männer aus Indien hervor, die ihre Ausbildung trotz schwieriger Umstände erfolgreich abgeschlossen haben. Ihr Ausbildungsbetrieb werde bald schließen, zudem hätten sie in einer Wohnung mit schwierigen Standards gelebt. „Ich bin froh, dass ihr dabeigeblieben seid und heute euren Gesellenbrief bekommt“, sagte Naujokat.



HWK Cottbus



Als Zeichen der Anerkennung erhielten alle neuen Gesellen einen Schlüsselanhänger in Form eines Adlers. Naujokat griff dabei eine Frage auf, die ihm gestellt worden war: Warum auf den Westen der Innungsmitglieder so viele Orden zu sehen seien. „Die muss man sich verdienen“, erklärte er – und machte deutlich, dass auch die Absolventen sich ihre Auszeichnung mit Einsatz und Durchhaltevermögen verdient hätten. Für ihren weiteren Lebensweg wünschte er ihnen viel Erfolg.



Auch Frank Richter (Frank Richter Dachdecker-Klempnerhandwerk) blickte mit Stolz auf die neue Generation im Handwerk. Besonders stolz macht ihn, dass seine Tochter Isabell Richter künftig in seine Fußstapfen treten möchte. Sie habe nicht immer Dachdeckerin werden wollen, sich dann aber doch bewusst für das Handwerk entschieden. „Mädels können auch Dachdecker werden“, sagte Richter. Ab dem kommenden Tag werde seine Tochter im Betrieb anfangen, ab Februar ist die Meisterschule geplant. Langfristig soll sie den Betrieb übernehmen. Handwerkliches Geschick habe Isabell Richter schon früh gezeigt, berichtete ihr Vater. Schon als Kind sei sie gern mit auf Baustellen gewesen, habe Aufmaße begleitet und sich für Maschinen interessiert.



HWK Cottbus
Dachdecker Frank Richter und Tochter Isabell Richter



Isabell Richter selbst erzählte, dass sie zunächst Tierärztin werden wollte. Doch der Weg habe für sie nicht richtig gepasst. Die Arbeit ihres Vaters habe sie dagegen immer bewundert: „Du bist draußen in der Natur – das ist wow.“ Auch über soziale Medien sei sie auf junge Frauen aufmerksam geworden, die im Dachdeckerhandwerk arbeiten. Das habe sie zusätzlich bestärkt.

Ihren Gesellenbrief hat sie in zwei Jahren geschafft, da das Abitur mit angerechnet wurde. An ihrem Beruf schätzt sie vor allem die Abwechslung und das sichtbare Ergebnis der eigenen Arbeit: „Es macht so viel Spaß. Es ist abwechslungsreich und du siehst, was du gemacht hast – das ist echt krass, vor allem wenn man dann in der Gegend unterwegs ist.“ Ihr Ziel ist klar: Eines Tages möchte sie den Betrieb ihres Vaters übernehmen.

 

Ansprechpartnerin

Lea Renner

Pressearbeit

Telefon 0355 7835-200

renner--at--hwk-cottbus.de