Metallbauermeister Karsten Kalz (r.) und Sohn Jakob in der Traditionsfirma.
MetallbauerhandwerkBei Metallbau Kalz wird Tradition gelebt
Wenn ein Handwerksbetrieb sein 125-jähriges Jubiläum begangen hat, dann haben das Unternehmen und die Inhaber nicht zum ersten Mal in der Öffentlichkeit gestanden. Der inzwischen 93-jährige Horst Kalz, der den 1900 gegründeten Betrieb im Jahre 1954 von seinem Großvater Wilhelm übernommen hatte, wurde in der Region zur Institution.
Nach der Wende engagierte er sich ehrenamtlich in mehreren Funktionen bei der Handwerkskammer Cottbus. Immer wieder wurde das Wirken von Horst Kalz geehrt – auch in der Stadt Königs Wusterhausen. Denn der Posaunenchor der Kirchengemeinde ist für die Familie eine »vererbte« Leidenschaft. Oft genug vergessen wurde in den Jahrzehnten, dass bereits nach der Wende Sohn Karsten Kalz an der Seite des Vaters zweiter Chef war und die Entwicklung des Unternehmens stets mit beförderte.
Karsten Kalz lernte im elterlichen Betrieb den Beruf in der alten Schmiede in Königs Wusterhausen und fügte berufsbegleitend die Meisterausbildung als Metallbauer hinzu. Mit 23 Jahren hielt er seinen Meisterbrief in den Händen und läutete gemeinsam mit seinem Vater eine neue Zeit für die Firma ein. »Im VEB Schwermaschinenbau ›Heinrich Rau‹ in Wildau, gleich nebenan, verdiente ein Schlosser das Doppelte unseres Lohnes«, erinnert sich Karsten Kalz. Mit neuen Maschinen, besseren Werkzeugen und vor allem ganz viel Enthusiasmus entwickelte sich ein gefragtes Unternehmen. Auf bis zu zehn Mitarbeiter wuchs die Firma. Wer im nördlichen Kammerbezirk und Berlin Tore, Zäune, Türen, Treppen und Geländer oder Stahlkonstruktionen und Kunstschmiedearbeiten anfertigen lassen wollte, der kam und kommt heute an dem Spezialisten auf diesem Gebiet kaum vorbei.
Sohn Jakob (23) pflegt die Website der Firma und treibt die Digitalisierung voran. »Das bereichert das Unternehmen und bringt uns voran«, verweist der Firmenchef darauf, dass mit Jacob ein weiterer Kalz auf dem Weg ist, sein Berufsleben dem Handwerk zu widmen. Immerhin kam der Junior als Kammer- und Landessieger der Azubis im Bundeswettbewerb der Lehrlinge auf Platz zwei. Zurzeit befindet er sich in der Meisterausbildung.
Eine Familie, ein Handwerk, eine Vision.
»Es macht schon stolz, dass wir als Familie etwas aufgebaut haben, das ganz allein sicher nicht möglich gewesen wäre«, betont Karsten Kalz, der heute sechs Mitarbeiter hat. Dabei denkt er auch an den Umzug der Firma von der alten Schmiede in Königs Wusterhausen ins Gewerbegebiet im Ortsteil Zeesen. »Wir wurden größer und moderner«, verweist der Junior darauf, dass die Kundschaft den Standort sofort angenommen habe. Wenn Karsten Kalz ein Erfolgsrezept beschreiben soll, dann läuft dies immer auf Qualitätsarbeit im Meisterbetrieb hinaus. »Von uns erwartet der Kunde eine Komplettleistung«, sagt er.
Die Ehrenämter im Handwerk – vom Mitglied im Innungsvorstand als stellvertretender Obermeister bis hin zur Meisterprüfungskommission – runden für ihn das Bild des ständigen Weiterlernens ab. Dass er als Kuratoriumsmitglied der Bürgerstiftung Königs Wusterhausen den Baustart des Ausbildungszentrums Nord kaum erwarten kann, um Kinder und Jugendliche frühzeitig mit Handwerksberufen bekannt zu machen, ist Ausdruck seines Veränderungswillens und seiner Rastlosigkeit.
Während Ehefrau Anke und Schwester Simone auch in der Firma beschäftigt sind, zeigt sich die gesamte Familie eng verbunden. Ob Mitglied im Posaunenchor der Kirchengemeinde, die Eröffnung des lebendigen Adventskalenders oder das Öffnen der Schmiede zur KWer Nacht der Höfe - das Engagement in KW kennt keine Grenzen.
Text: Christian Taubert