Echtes HandwerkCottbuser Tischlerlehrlinge präsentieren ihre Gesellenstücke
Drei Jahre Ausbildung, monatelange Planung und viele Stunden sorgfältiger Handarbeit: Bei der Cottbuser Tischlerinnung präsentierten Nachwuchskräfte ihre Gesellenstücke im BTZ Cottbus (Gallinchen).
Philip Niklas Dubrau baute eine Vitrine aus Kirschbaum und Birke. Vier Türen, Glasböden und zwei verdeckte Schubkästen verbinden anspruchsvolle Handarbeit mit praktischem Stauraum. Rund fünf Monate feilte er an der Planung, die Idee entstand durch ein ähnliches Projekt in der Berufsschule. „Ich bin froh und stolz auf das Ergebnis.“ Philip wird von der Bau- und Möbeltischlerei Bialas übernommen und dort als Geselle weiterarbeiten.
Madleen Matzk erfüllte sich mit ihrem Gesellenstück einen persönlichen Wunsch: einen eigenen Schmuckschrank. Schon seit dem ersten Ausbildungsjahr hatte sie darüber nachgedacht, was sie bauen möchte. Das Ergebnis entspricht genau ihrer Vorstellung: „Ich bin sehr stolz und würde eigentlich nichts ändern.“ Auch wenn die Ausbildung manchmal anstrengend gewesen sei, habe sie dabei erkannt: „Das Handwerk ist einfach das Richtige für mich.“ Besonders die kreativen Möglichkeiten des Tischlerberufs möchte sie anderen jungen Menschen ans Herz legen. In der Tischlerei Kochan wird sie als Gesellin nun die neuen Auszubildenden unterstützen.
Für Thomas Kochan, Obermeister der Cottbuser Tischlerinnung und Vorsitzender des Gesellenprüfungsausschusses, sind die Werkstücke die „Krönung der Ausbildung“. Bewertet werden unter anderem Gestaltung, Materialauswahl, Funktion und Verarbeitung. Besonders bewegt ihn die Entwicklung der jungen Menschen: „Man merkt, wie sie in den drei Jahren reifer und selbstständiger werden.“ Wer sein Handwerk gut beherrsche, habe angesichts des Fachkräftemangels beste Zukunftsaussichten.