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Friseurmeisterin Claudia Urban

Ehrenamt"Die Jugend will — wir müssen sie nur abholen"

Ein Jahr Innungsobermeisterin: Claudia Urban wirbt für das Friseurhandwerk, mehr Zusammenhalt und Mut zur Zukunft.



Leidenschaft, Klarheit und deutliche Worte – wer mit Claudia Urban spricht, merkt schnell, wie sehr ihr das Friseurhandwerk am Herzen liegt. Seit einem Jahr ist die Friseurmeisterin Innungsobermeisterin der Märkischen Friseurinnung. Für sie ist das Ehrenamt weit mehr als ein Titel: Es ist ein Einsatz für ihren Beruf, für die Betriebe und für die nächste Generation.



»Ich gehe nicht arbeiten – es ist meine Berufung«, sagt Urban. Schon als Kind stand für sie fest, dass sie Friseurin werden wollte. Nach der Ausbildung übernahm sie früh Verantwortung, leitete bereits mit 22 Jahren eine Filiale und absolvierte später erfolgreich die Meisterprüfung. Besonders prägend war für sie ihr früherer Chef und Mentor Karsten Pflugradt (Friseursalon Karsten Pflugradt), dem sie bis heute großen Respekt zollt. Von ihm habe sie gelernt, Probleme offen anzusprechen, Verantwortung zu übernehmen und immer lösungsorientiert zu denken.



Heute führt Claudia Urban ihren eigenen Salon (Friseuratelier Urban) und kennt die Realität des Handwerks aus täglicher Erfahrung. Genau dieses Wissen bringt sie in ihre Arbeit als Obermeisterin ein. Ihr wichtigstes Ziel: mehr Zusammenhalt innerhalb der Branche. »Viele Betriebe kämpfen mit denselben Problemen – steigende Kosten, Personalmangel, Bürokratie. Da hilft kein Einzelkampf. Wir müssen gemeinsam auftreten.« Dabei sieht sie die Innung als starke Plattform für Austausch, Unterstützung und Interessenvertretung. Gerade kleinere Salons oder Einzelunternehmer profitierten davon, nicht allein vor neuen gesetzlichen Vorgaben oder wirtschaftlichen Herausforderungen zu stehen. Auch die enge Zusammenarbeit mit Berufsschule, Handwerkskammer und Prüfungsausschüssen sei für eine gute Ausbildung unverzichtbar.



Eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit verbindet Claudia Urban nicht nur mit der Handwerkskammer, sondern auch mit Heidrun Wachner von der Kreishandwerkerschaft Dahme-Spreewald. Die Unterstützung der Geschäftsführerin schätzt Urban sehr. Ob organisatorische Fragen, Veranstaltungen oder kurzfristige Anliegen – »man bekommt immer Hilfe und schnelle Rückmeldungen«, betont sie.



Ein besonderes Anliegen der Innungsobermeisterin ist die Nachwuchsgewinnung. Regelmäßig engagiert
sie sich auf Ausbildungsmessen, Zukunftstagen und Schulveranstaltungen. Dort spricht sie direkt mit Jugendlichen, zeigt praktische Arbeiten am Übungskopf und wirbt für die Chancen im Handwerk. Ihre Erfahrung: »Die Jugend will. Sie ist motiviert und interessiert. Wir müssen sie nur ernst nehmen und an die Hand nehmen.« Der regelmäßige Austausch mit ihrer Tochter Annika, die als angehende Friseurin kürzlich von der Handwerkskammer als »Lehrling des Monats« ausgezeichnet wurde, hilft ihr, Trends, neue Techniken und die Sichtweisen der jungen Generation besser kennenzulernen. »Wir lernen gegenseitig voneinander«, sagt Urban. So bleibt sie fachlich am Puls der Zeit und verbindet Erfahrung mit frischen Impulsen.



Der Friseurberuf sei viel mehr als Haare schneiden, betont sie. Kreativität, handwerkliches Können, Kommunikation, Modebewusstsein und Nähe zum Menschen machten den Beruf besonders. Dennoch verschweigt Urban die Schwierigkeiten nicht. Das Friseurhandwerk stehe wirtschaftlich unter erheblichem Druck. Hohe Energiepreise, steigende Materialkosten, Lohnnebenkosten und zunehmende Belastungen machten vielen Betrieben zu schaffen. Gleichzeitig stoße die Preisakzeptanz bei Kunden oft an Grenzen. »Viele wissen gar nicht, welche Kosten hinter einer Dienstleistung stehen.«



Trotzdem blickt sie positiv nach vorn. Sie beobachtet ein wachsendes Interesse junger Menschen am Handwerk insgesamt. Auch Trends, neue Techniken und Social Media würden das Berufsbild verändern. Von der jungen Generation könne man viel lernen, sagt Urban offen. Wertschätzung müsse deshalb in beide Richtungen gehen – vom Ausbilder zum Lehrling genauso wie umgekehrt.



Was sie antreibt? »Dass mein Kopf wieder gefordert wird, dass man Menschen trifft, Ideen entwickelt und gemeinsam etwas bewegen kann.« Für die kommenden Jahre wünscht sie sich mehr Sichtbarkeit für das Friseurhandwerk, mehr Ausbildungsbetriebe und ein stärkeres Miteinander aller Gewerke. Ihre Botschaft ist eindeutig: »Deutschland darf sich nicht ständig schlechtreden. Wir müssen sehen, was wir können - und daran weiterarbeiten.« Für Claudia Urban ist klar: Das Handwerk hat Zukunft. Man muss sie nur gestalten.

 

Ansprechpartnerin

Lea Renner

Pressearbeit

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