Presseinformation des Handwerkskammertages Land Brandenburg vom 13. April 2026Entlastungsmaßnahmen bei Spritpreisen: Statement zu den heute vorgestellten Ergebnissen der schwarz-roten Koalition
Cottbus/Frankfurt (Oder)/Potsdam. Zu den heute vorgestellten Entlastungsmaßnahmen sagt Robert Wüst, Präsident des Handwerkskammertages Land Brandenburg: „Die Ergebnisse des Koalitionsausschusses greifen die Lage des Handwerks in Brandenburg nur unzureichend auf. Unsere Betriebe brauchen Planungssicherheit und Entlastung. Beides bleibt weitgehend aus. Die zweimonatige Senkung der Energiesteuer ist ein Strohfeuer. In einem Flächenland wie Brandenburg, in dem die Betriebe täglich weite Wege zurücklegen müssen, brauchen wir dauerhaft verlässliche Energiepreise und weniger Bürokratie, nicht nur kurzfristige Maßnahmen.
Auch die angekündigten kartellrechtlichen Schritte ersetzen keine echte Energie- und Standortstrategie.
Eine steuerfreie Prämie von 1.000 Euro für Beschäftigte ist für viele unserer Betriebe schlicht nicht finanzierbar. Was wir brauchen, sind dauerhafte Entlastungen bei Sozialabgaben, Lohnnebenkosten und Verwaltungsaufwand. Die geplante Einkommensteuerreform ab 2027 kann irgendwann helfen. Unsere Betriebe stehen aber jetzt unter Druck.
Während die Automobilindustrie umfangreiche Unterstützung erhält, fehlen für das Handwerk notwendige Impulse für Investitionen, Digitalisierung, Fachkräftesicherung und Unternehmensnachfolge – Themen, die für Brandenburgs regionale Wertschöpfung entscheidend sind.
Auch bei der Reform der Gesetzlichen Krankenversicherung drohen zusätzliche Belastungen. Schon heute sind steigende Sozialabgaben ein Wettbewerbsnachteil für das personalintensive Handwerk. Die Beschlüsse setzen einzelne Signale, bleiben aber hinter dem zurück, was das Handwerk in Brandenburg dringend braucht. Ohne stabile und verlässliche Rahmenbedingungen wird es nicht gelingen, wirtschaftliche Stärke, Versorgungssicherheit und regionale Wertschöpfung langfristig zu sichern.“