Gesellen der Land- und Baumaschinenmechatronik aus dem Kammerbezirk der HWK Cottbus
Land- und Baumaschinenmechatroniker„Ohne uns steht die Landwirtschaft und der Bau“
Interview mit Roberto Kühne, stellvertretender Land-Bautechnik Bundesinnungsmeister
Welche Bedeutung hat der Beruf des Land- und Baumaschinenmechatronikers für unsere Gesellschaft?
„Der Beruf des Land- und Baumaschinenmechatronikers ist für unsere Gesellschaft von zentraler Bedeutung. Gerade während der Corona-Pandemie wurde deutlich, dass wir zu den systemrelevanten Berufen zählen. Wir sorgen dafür, dass Maschinen für die Nahrungsmittelproduktion, die Landwirtschaft sowie den gesamten Bau- und Infrastrukturbereich zuverlässig funktionieren. Ohne unsere Arbeit kämen sowohl Landwirtschaft als auch Bauwirtschaft schnell zum Stillstand.
Unsere Gesellinnen und Gesellen warten und reparieren Land- und Baumaschinen ebenso wie Flurförderzeuge, Hebetechnik aus der Logistik sowie Garten- und Kleingeräte. Kurz gesagt: Überall dort, wo Technik im Einsatz ist - ob auf dem Feld, auf der Baustelle oder im privaten Bereich - werden wir gebraucht.“
„Der Beruf des Land- und Baumaschinenmechatronikers ist äußerst vielseitig und praxisnah. Er verbindet abwechslungsreiche Tätigkeiten in der Werkstatt mit direktem Kundenkontakt, etwa bei Einsätzen vor Ort. Aufgrund der breiten Palette an Maschinen erfordert die Ausbildung ein umfassendes technisches Grundverständnis - von Metallbearbeitung über Pneumatik und Hydraulik bis hin zu Elektrik und Elektronik. Genau diese Vielseitigkeit macht unsere Fachkräfte auch in der Industrie und in anderen Gewerken sehr gefragt. Die Ausbildung bietet zudem sehr gute Zukunftsperspektiven: Mit einem klar strukturierten Karriereweg können sich Gesellinnen und Gesellen gezielt weiterentwickeln - etwa durch herstellerspezifische Schulungen, den Systemtechniker oder den Hochvolttechniker in der Landtechnik. Darauf aufbauend sind der Meister sowie der Betriebswirt nach Handwerksordnung mögliche nächste Schritte, bis hin zu Positionen wie Filial- oder Betriebsleitung.“
Welche aktuellen Herausforderungen prägen den Beruf des Land- und Baumaschinenmechatronikers?
„Eine der zentralen aktuellen Herausforderungen ist die Weiterentwicklung der Ausbildungsordnung, um sie stärker an die zukünftigen Anforderungen der Land- und Bautechnik anzupassen. Bereits heute arbeiten viele Maschinen teil- oder vollautonom; künftig wird zudem die Vernetzung verschiedener Systeme und Maschinen eine noch größere Rolle spielen. Diese technische Entwicklung erfordert entsprechend angepasste Ausbildungsinhalte und Qualifikationen. Gleichzeitig stellt die Gewinnung ausreichend geeigneter Auszubildender eine Herausforderung dar.“
Am 27. Februar fand die Gesellenfreisprechung der Land- und Baumaschinenmechatroniker im Wandlitzer Barnim Panorama statt. 54 Gesellenbriefe wurden an diesem Tag von dem Präsidenten der Handwerkskammer Frankfurt (Oder), Wolf-Harald Krüger sowie dem stellvertretendem Bundesinnungsmeister des LandBau Technik Versorgungswerkes, Roberto Kühne übergeben. Aus dem Kammerbezirk der Handwerkskammer Cottbus kommen sieben neue Junghandwerker.
„Die Freisprechung war für mich persönlich ebenso wie für die frischgebackenen Gesellinnen und Gesellen ein ganz besonderer Moment. Einen wesentlichen Anteil daran hatte das außergewöhnliche Ambiente im Barnim Panorama: Inmitten historischer Landtechnik - also gewissermaßen im Ursprung unseres Handwerks - konnten wir die Gesellenbriefe in einem sehr würdigen Rahmen überreichen.“ sagt Roberto Kühne, Geschäftsführer der Technischen Werkstätten Langengrassau GmbH.