Ausbildungszahlen liegen 7,14 Prozent über dem VorjahrPositiver Trend: Zahl der Lehrverträge im Handwerk in Südbrandenburg steigt
Das Handwerk im Kammerbezirk Cottbus entwickelt sich bei der Ausbildung positiv. Mit insgesamt 450 abgeschlossenen Lehrverträgen liegt die Zahl im Juli 2026 um 7,14 Prozent über dem Vorjahreswert von 420 Verträgen. Damit bestätigt die Region ihre Attraktivität als Ausbildungsstandort. Insgesamt engagieren sich 952 Handwerksbetriebe in der Ausbildung, darunter 28 Unternehmen, die erstmals einen Lehrling ausbilden.
Besonders stark wächst die Zahl der Lehrverträge bei den Anlagenmechanikern für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik: Sie stieg von 35 auf 53 und damit um 51,43 Prozent. Zuwächse verzeichnen auch Dachdecker mit 15 statt 8, Friseure mit 13 statt 7 sowie Land- und Baumaschinenmechatroniker mit 17 statt 13 Lehrverträgen. Bei den Elektronikern für Energie- und Gebäudetechnik erhöhte sich die Zahl von 28 auf 32. Die stärksten prozentualen Anstiege gibt es bei Malern und Lackierern sowie Zimmerern mit jeweils 14 statt 5 Verträgen. Rückläufig ist erstmals die Zahl bei den Kraftfahrzeugmechatronikern: Sie sank von 83 auf 79 und damit um 4,82 Prozent.
Sylke Radke, Hauptgeschäftsführerin der Handwerkskammer Cottbus, erklärt: „Mehr Lehrverträge im Handwerk sind zugleich auch die Hoffnung unserer Ausbildungsbetriebe, den Nachwuchs im Handwerk zu sichern. Wichtig ist es, den Jugendlichen zu vermitteln, dass Karrierewege im Handwerk die Zukunft sind. Der Bachelor im Handwerk ist unser Meister, eine wichtige Qualifikation, um zu gründen oder einen Betrieb zu übernehmen.“
Marlene Grasmay aus Hohenleipisch startet mit ihrer Ausbildung als Keramikerin in der Töpferei ihrer Mutter Anett Lück. Es ist mittlerweile ein seltener Beruf. Sie ist die einzige Auszubildende im gesamten Kammerbezirk Cottbus. Ihre Kenntnis erlernt sie zusätzlich in der Keramikschule Landshut, Meisterschule für Keramik und Design.
Marlene Grasmay und ihre Mutter Anett Lück
Marlene Grasmay: „Nach einem Studium mit viel Theorie werde ich im September eine Lehre im Keramikhandwerk beginnen. Schon immer habe ich gern schöpferisch gearbeitet. Ich will im Beruf des Töpfers meine Kreativität selbst bestimmen – bei Formung, Dekoration und bei technischen Arbeitsentscheidungen.
In meiner Familie und in meinem Heimatdorf, der Töpfergemeinde Hohenleipisch, ist Tradition geboren und wird weitergetragen. Um schon einen Einblick in den Beruf zu bekommen, arbeite ich bereits stundenweise in den Semesterferien in der Werkstatt. Ich bin jedes Mal glücklich, wenn ein eigenes Produkt fertig aus dem Brennofen kommt.
Unter hwk-cottbus.de/lehrstellen finden Jugendliche weitere Ausbildungsangebote für Handwerksberufe in der Region.