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Endlich handeln!"Stillstand im Handwerk bedeutet Stillstand im gesamten Land"

Liebe Handwerkerinnen und Handwerker,
die Sperrung der Straße von Hormus wird derzeit offenbar als Spekulationsgrundlage genutzt, um Preise drastisch anzuheben oder Lieferungen gleich ganz einzustellen. Diese äußeren Einflüsse machen die Preise für uns Handwerker unkalkulierbar. Die Auftragslage ist alarmierend.

Lieferanten passen Preise inzwischen teilweise wöchentlich an. Beton verteuert sich aktuell um 3 bis 5,50 Euro pro Kubikmeter durch Diesel- und Materialzuschläge. Für wichtige thermoplastische Produkte wie Abwasserrohrsysteme, Schächte, PE-Trinkwasserleitungen und Kabelschutzrohre bestehen teils vollständige Bestellstopps. Im gesamten Baustoffbereich sind Preissteigerungen von 5 bis 20 Prozent zu verzeichnen. Durch steigende Rohölpreise wird die Bitumenproduktion kontingentiert – mit entsprechenden Auftragsannahmestopps für Bitumenbahnen.

Die medialen Ankündigungen zur Anhebung von Mehrwertsteuer und Einkommenssteuer sind ein Schritt in die falsche Richtung. Wer die Wirtschaft ankurbeln will, darf sie nicht mit Steuern und Abgaben ausbremsen. Niemand investiert in einem Land, in dem vom Brutto immer weniger Netto übrig bleibt. Unsere Mitarbeiter mit ihren langen Fahrtwegen müssen nun noch mehr von ihrem Lohn investieren, um in unserem schönen Brandenburg arbeiten zu können. Die angekündigte Anhebung der Pendlerpauschale hilft hier nur bedingt und erst am Jahresende bei der Steuererklärung.

Das Kraftstoffmaßnahmenpaket reicht nicht aus, um unsere Betriebe gezielt zu unterstützen. Die täglich einmalige Preiserhöhung an den Tankstellen ist keine Garantie für günstige Kraftstoffpreise. Wir Handwerker fordern umgehende und kurzfristige Entlastungen – etwa eine spürbare Reduzierung der Mehrwertsteuer auf Benzin und Diesel. Unser Nachbarland Polen hat mit einer Senkung der Mehrwertsteuer von 23 auf acht Prozent einen hilfreichen Beschluss gefasst. Auch Italien und Österreich haben mit einer niedrigeren Mehrwertsteuer eine deutliche Entlastung für die Einwohner erreicht.

Gleichzeitig fordert das Handwerk die Wiedereinführung der Preisgleitklausel für öffentliche Aufträge. Die Preisgleitklausel hat uns im Jahr 2022 entlastet und sorgt für eine faire Preisentwicklung zwischen Auftraggebern und Auftragnehmern. Nur so kann die Handlungsfähigkeit des Handwerks gesichert und ein Stillstand wichtiger Bau- und Infrastrukturprojekte verhindert werden.
Denn Stillstand im Handwerk bedeutet Stillstand im gesamten Land.

CORINA REIFENSTEIN,
PRÄSIDENTIN

 

Ansprechpartnerin

Lea Renner

Pressearbeit

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