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EEG-Umlage und Netzentgelte steigen 2017 weiter an

Strom wird erneut 2017 teurer. Sowohl die EEG-Umlage als auch die Netzentgelte – und damit zwei zentrale Bestandteile des Strompreises – steigen spürbar. Aller Wahrscheinlichkeit nach werden zahlreiche Energieversorger ihre Preise zum Jahreswechsel oder im kommenden Frühjahr erhöhen.

Die EEG-Umlage zur Förderung des Ausbaus erneuerbarer Energien steigt zum Jahreswechsel von derzeit 6,35 Cent pro Kilowattstunde um acht Prozent auf 6,88 Cent. Damit wird ein neuer Rekordwert erreicht. "Das bestätigt das Handwerk in seinen Befürchtungen: Die EEG-Umlage bleibt weiterhin ein sehr belastender Preistreiber beim Strom. Die jüngste EEG-Reform war bei weitem nicht hinreichend. Dies ist umso besorgniserregender, da aller Voraussicht nach auch andere Kostenbestandteile ansteigen werden, wegen des massiven Ausbaubedarfs vor allem die Netzentgelte", kritisiert Holger Schwannecke, Generalsekretär des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH). Neben Privathaushalten würden gerade auch energieintensive Handwerksbetriebe weiterhin über Gebühr benachteiligt.

Doch damit nicht genug. Neben der EEG-Umlage steigen auch die über den Strompreis finanzierten Netzentgelte in 2017 – und zwar im bundesweiten Schnitt um zehn, regional sogar um bis zu 30 Prozent. Dadurch erhöht sich auch die Mehrwertsteuer anteilig. Diese ständig wachsenden Kostenblöcke werden zunehmend zum Standortnachteil für Handwerksbetriebe in Südbrandenburg.

Der Anteil der Energiekosten in der Kostenbilanz des Handwerks hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Gewerkeübergreifend sehen 48 Prozent in steigenden Energie- und Rohstoffpreisen einen Risikofaktor für ihre zukünftige wirtschaftliche Entwicklung, wie eine Sonderumfrage der Handwerkskammer Cottbus ergeben hatte. Daraus entstand ein Positionspapier des HWK-Vorstandes.

Wir brauchen eine grundlegend andere Finanzierung der Energiewende, heißt es in dem Papier. Sie sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und dürfe nicht mehr ausschließlich über den Strompreis bezahlt werden, sondern ist auch über den Staatshaushalt zu finanzieren.