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ISDN-Abschaltung: Worauf der Handwerker achten muss

Viele Handwerker sind von der ISDN-Abschaltung betroffen. Was ist, wenn ich schlagartig nicht mehr telefonieren oder faxen kann? Was verändert sich für meine Kommunikationswege? Welche Möglichkeiten hat der Handwerker zu reagieren und welche Vorteile hat der neue IP-Standard? Hier ein paar Antworten.

Die Digitalisierung macht auch vor unseren Kommunikationswegen nicht halt und so ist der herkömmliche ISDN-Anschluss, den viele Handwerker immer noch nutzen, bald Geschichte und wird durch die neue digitale IP-Technik ersetzt. Die Abschaltung der analogen Lösung ist übrigens endgültig und eine weitere Nutzung von ISDN in irgendeiner Form nicht möglich. So wird der Handwerker zwangsläufig den neuen digitalen Standard VoIP ("Voice over Internet Protocol") nutzen müssen.

Begonnen wurde mit der Umstellung im Jahre 2016 in 53 Großstädten und ab 2017 geht es sukzessive mit kleineren Orten weiter. Die betroffenen Kunden werden zunächst durch den Telekommunikationsdienstleister informiert und die ISDN-Verträge gekündigt, zum Zeitpunkt des Vertragsendes wird die Leitung dann abgeschaltet. Gleichzeitig wird durch den Telekommunikationsdienstleister über die neuen Vorteile des digitalen Standards VoIP informiert, jedoch unterscheiden sich die Angebote der Dienstleister, so dass sich Möglichkeiten zur Kostenreduzierung durch die Umstellung ergeben können. Ebenfalls muss sichergestellt werden, ob bei einem Wechsel der Handwerker nahtlos Internet und Telefonie zur Verfügung hat oder ob er im schlimmsten Falle für einige Tage nicht erreichbar ist.

Jedoch bietet die Umstellung gegenüber den analogen Telefonanschlüssen auch technische Vorteile. Als größter Vorteil ist hierbei das schnellere Internet zu nennen, so können mehr Daten transportiert werden und auch die Sprachqualität nimmt zu. Die Umstellung beinhaltet gleichwohl auch neue technische Risiken. Kommt es zum Stromausfall, kann nicht telefoniert werden, ist der Internetzugang gestört, ebenfalls nicht, sind Leitungen überlastet, wird man dies an der schlechten Gesprächsqualität spüren.

Der Zugang zum Internet erfolgt über den Router. Der Handwerker muss klären, ob sein jetziger Router den digitalen Standard VoIP nutzt oder ob ein neuer Router beschafft werden muss und ob der neue Kommunikationsdienstleister überhaupt nach dem Kauf des neuen Routers die VoIP-Zugangsdaten zur Verfügung stellt. Ebenfalls muss der Handwerker überprüfen, ob seine bisherigen technischen Geräte, wie Telefon oder Fax, den digitalen Standard umsetzen können.

Bis 2018 sollen alle Anschlüsse der Deutschen Telekom auf IP-Telefonie umgestellt sein. Von der ISDN-Abschaltung sind weit über 20 Millionen Anschlüsse betroffen. Die ersten wurden bereits Mitte 2014 umgestellt.



Dr. Heiko Vesper
Beauftragter für Innovation und Technologie

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