Bau- und Landtechnik Herzberg
HWK Cottbus

"Das bewegt: Präsidentin auf BetriebstourOffensive für Ausbildung nötig

Nach dem Auftakt des neuen Formats „Das bewegt. Handwerker im Gespräch“ im Landkreis Oberspreewald-Lausitz besuchte Corina Reifenstein, Präsidentin der Handwerkskammer Cottbus (HWK), nun ein Unternehmen im Landkreis Elbe-Elster. Sie informierte sich bei der Bau- und Landtechnik GmbH (BLT) in Herzberg zur aktuellen Lage vor Ort.

Der Handwerksbetrieb ist ein echtes Schwergewicht. Das Unternehmen mit Sitz in der Kreisstadt handelt mit kleinen und großen Maschinen, repariert Mähdrescher, Bagger, Traktoren, Lkw und Busse. Zu den Kunden zählen bundesweit Firmen der Bau- und Landwirtschaft, die Bundeswehr, Speditionen und auch Endverbraucher.

Darüber hinaus ist BLT auch ein Schwergewicht in Sachen Ausbildung. Seit dem Jahr 1993 wurden 28 Jugendliche ausgebildet, davon 16 Kraftfahrzeugtechniker und zwölf Bau- und Landmaschinenmechatroniker. Der Nachwuchs- und Fachkräftemangel war eines der zentralen Themen beim Besuch der HWK-Präsidentin.



Bau- und Landtechnik Herzberg
HWK Cottbus



„Wir wollen und wir müssen noch mehr junge Menschen für Technik begeistern“, sagt Maik Reimann. Der 51-Jährige ist seit 1991 Geschäftsführer im Unternehmen und leitet gemeinsam mit Dipl.-Ingenieur Andreas Lehmann den Betrieb. Acht Lehrlinge werden derzeit ausgebildet. Zu wenige rücken nach. Hier brauchen wir eine Ausbildungsoffensive. Weniger Studium, mehr duale Ausbildung, so die klare Forderung.

Erschwerend hinzu kommt, dass es den jungen Menschen häufig an Grundfertigkeiten wie Schrauben, Feilen, Bohren, Sägen usw. fehlt. Hier könnte eine vorgeschaltete Verbundausbildung, wo diese handwerklichen Fähigkeiten über Wochen angelernt werden, helfen.

Die Leidenschaft für das Handwerk müsse schon in den Grundschulen gelegt werden, sagte Bauingenieurin Corina Reifenstein. „Hierbei ist auch die Politik gefordert. Doch da, wie bei anderen Bildungsthemen, stoßen wir auf Granit bzw. haben wir sehr dicke Bretter zu bohren. Insofern müssen wir uns selbst helfen. Das kann jeder Handwerksbetrieb machen. Gehen sie raus, werben sie mutig und offensiv bei Jugendlichen für ihr Unternehmen!“

Aktuell sorgen 58 Mitarbeiter dafür, dass auf dem Gelände in der Frankfurter Straße alles reibungslos läuft. Die Veränderungen der Landwirtschaft und des Marktes erfordern eine ständige Weiterentwicklung und Spezialisierung seines Unternehmens. Engpässe von Zulieferern konnten bisher durch Lagerhaltung noch weitgehend überbrückt werden, die Preise für Ersatzteile sind hingegen sprunghaft angestiegen.

„Die Lieferzeiten sind in einigen Bereichen schon völlig unakzeptabel geworden. Damit wartet auch der Kunde, der seine Maschine eigentlich so schnell wie möglich wieder einsetzen möchte“, schildert Andreas Lehmann die Situation in der Branche.Durch die Corona-Pandemie musste er erleben, wie schnell Mitarbeiter ausfallen können und dann im Unternehmen fehlen. „Ich erwarte in unserem Landkreis eine Offensive für Schüler, um ihnen die Attraktivität der Ausbildung nahe zu bringen“, macht Andreas Lehmann deutlich.



Bau- und Landtechnik Herzberg
HWK Cottbus

 Hintergrund:

Ziel des Formats „Das bewegt. Handwerker im Gespräch“ ist es, mit Unternehmensinhabern und Mitarbeitern ins Gespräch zu kommen, um einen Eindruck von den Herausforderungen und Problemen der einzelnen Branchen zu erhalten.

Alle Informationen und Termine zu den Betriebsbesuchen gibt es unter:  www.hwk-cottbus.de/serie



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Bildmontage HWK Cottbus / studio 2.0