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Wirtschaftsnachrichten aus Polen - März 2015

Sonderwirtschaftszonen sollten anders gefördert werden

Stanislaw Szultka vom Institut für marktwirtschaftliche Analysen IBnGR fordert eine Änderung der Steuervergünstigungen in Sonderwirtschaftszonen. Wie die Erfahrung zeige, seien diese Steuerprivilegien nicht dort am günstigsten, wo die höchste Arbeitslosigkeit existiert, weil dort vor allem einfache Arbeitsplätze geschaffen würden. Am effektivsten würden die Steuererleichterungen in Sonderzonen wirken, die sich in der Nähe von Ballungsgebieten mit guter logistischer Anbindung befänden. Auf jeden Fall würden die Zonen eine wichtige Rolle spielen. Sie verbesserten das Funktionieren von Firmen durch die Schaffung einer Infrastruktur und durch Investitionsanreize. Kürzlich seien Änderungen vorgenommen worden, damit sich auch kleinere Unternehmen häufiger in Sonderwirtschaftszonen ansiedeln. (Rzeczpospolita 22. Februar 2015)

Entwicklungsplan für Sonderwirtschaftszonen

Das Wirtschaftsministerium hat einen Entwicklungsplan für die 14 Sonderwirtschaftszonen in Polen aufgestellt. In diesem Jahr ist die Vergabe von 217 Betriebsgenehmigungen geplant. Damit sind Investitionen für 7,7 Milliarden Zloty sowie die Schaffung von 11.000 Arbeitsplätzen verbunden. Im Wirtschaftsressort denkt man über Investitionsanreize für Gebiete nach, die an Schnellstraßen liegen. Hier will man eng mit den Selbstverwaltungen kooperieren. In Zukunft sollen keine neuen Sonderwirtschaftszonen geschaffen, sondern jene an geplanten bzw. neu gebauten Schnellstraßen ausgebaut werden. Die aktuellen Steuervergünstigungen in den Sonderwirtschaftszonen gelten laut Gesetz bis 2026. (mg.gov.pl 18. Februar 2015)

Veolia investiert in Abgasreinigung

Der Generaldirektor von Veolia Polska, Gérard Bourland, hat in den kommenden zwei Jahren Investitionen in Filter für Kraftwerksabgase für 700 Millionen Zloty angekündigt. Bisher war Veolia zusammen mit einem anderen französischen Konzern, EDF, unter der Marke Dalkia in Polen aktiv gewesen, unter welcher man moderne, automatisierte Heizsysteme installiert. Veolia betreibt in 40 Städten Anlagen zur Wärme- und Stromerzeugung, darunter in Warszawa, Poznan und Lódz. Insgesamt versorgt man zwei Millionen Polen. Veolia interessiert sich für Investitionen in die Fotovoltaik, möchte aber vorerst keine Windkraftwerke errichten. (biztok.pl 20. Februar 2015)

Beschäftigung wächst weiter

Die Beratungsgesellschaft Grant Thornton sagt eine weitere Zunahme der Beschäftigung voraus: auf 16,24 Millionen in diesem und 16,49 Millionen Personen im nächsten Jahr. Schon jetzt gäbe es einen Rekordwert von 16,06 Millionen Erwerbstätigen, während dieser Betrag in den letzten Jahren um die 15,5 Millionen oszilliert hatte. Allein in 2014 war die Beschäftigung um 324.000 gewachsen. Vor zehn Jahren hatte es knapp 14 Millionen Erwerbstätige gegeben. (nettg.pl 20. Februar 2015)

Alior übernimmt Meritum Bank

Die Alior Bank hat für 352,5 Millionen PLN 97,9% der Aktien (und 95% der Stimmen auf der Hauptversammlung) ihrer Mitbewerberin Meritum übernommen. Der Transaktion war ein im Oktober 2014 geschlossener Vertrag zwischen Alior Bank sowie Innova Financial Holdings, WCP Coöperatief und der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung vorausgegangen. Am 30. September 2014 zählte die Alior Bank 2,35 Millionen Klein- und 121.000 Firmenkunden. (biztok.pl 19. Februar 2015)

Industrieproduktion dürfte um 2% wachsen

Das Wirtschaftsministerium rechnet im Februar mit einer Zunahme der verkauften Industrieproduktion um 2% im Jahresvergleich. Im Gesamtjahr soll sie sich um über 3% entwickeln. Es stützt diese Zahlen auf Angaben des Statistischen Hauptamtes GUS. Von Januar 2014 bis Januar 2015 hatte die verkaufte Industrieproduktion um 1,7% zugelegt. Klammert man saisonale Faktoren aus, so hat das Wachstum sogar 4% erreicht. (mg.gov.pl 19. Februar 2015)

Polen will sich vor TTIP-Folgen schützen

Nach Ansicht von Vize-Wirtschaftsminister Andrzej Dycha sollte das Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA (TTIP) Polens Energiesicherheit verbessern, Märkte für polnische Produkte öffnen und weitere amerikanische Investoren anlocken. Daher würde die Regierung den Abschluss dieses Abkommens im Prinzip unterstützen. Allerdings wünscht sich Polen in diesem Zusammenhang eine Unterstützung seiner Wirtschaft, besonders der energieintensiven Branchen. Da Energie und Produktion in den USA günstiger seien, müsse man für die chemische Industrie in Polen eine zehnjährige Schutzfrist einführen. Auch für die Landwirtschaft würden mögliche Schutzmaßnahmen erarbeitet. Polen möchte gern Energieträger aus den USA importieren. Dem Minister zufolge gibt es sechs, Investitionen betreffende, Streitsachen zwischen Polen und den USA. In einer Sache habe man einen Vergleich erzielt, wobei hier die polnische Seite Entschädigung zahle. (mg.gov.pl 18. Februar 2015)

T-Mobile führt Bitcoin-Zahlung ein

Als erste Mobilfunkgesellschaft in Polen wird T-Mobile Polska die Handy-Aufladung mit Bitcoins ermöglichen, wobei sie bei einer Aufladung für drei Monate gratis 20% dazugibt. Die Aufladung dauert weniger als eine halbe Minute und erfordert nicht die Eingabe persönlicher Daten. Man rechnet die Bitcoins mit Hilfe von InPay ab. Voraussetzung für diese Zahlung ist die Installation eines Bitcoin-Programms auf Smartphone oder Tablet-PC. Die dazugehörigen Bitcoins sind bei BitBay.net, Bitmarket.pl oder BitStar.pl erhältlich. (chip.pl 18. Februar 2015)

Wirtschaft ist in Q4 2014 um 3% gewachsen

Das Statistische Hauptamt GUS hat für das letzte Quartal des Jahres 2014 ein BIP-Wachstum von 3% im Jahresvergleich ermittelt. Im ersten Quartal hatte die polnische Wirtschaft um 3,4%, im zweiten und dritten Quartal um 3,3% zugelegt. Von Oktober bis Dezember hatte sich vor allem die verarbeitende Industrie etwas schneller entwickelt, während der Handel seine Dynamik halten konnte und sich Transport- und Bauwesen in ihrer Entwicklung verlangsamten. Durch das Lohnwachstum ist der Privatkonsum gestiegen. Im Jahr 2014 hatte man in der polnischen Volkswirtschaft (abzüglich der Renten- und Krankenversicherungsbeiträge) monatlich im Schnitt 3390 PLN verdient. Im Januar 2015 betrug der Durchschnittslohn im Unternehmenssektor 3942 PLN. (stat.gov.pl 17. Februar 2015)

EIB leiht Polen 5,5 Milliarden Euro

Die Europäische Investitionsbank EIB hat Polen einen weiteren Kredit in Höhe von 5,5 Milliarden Euro gewährt. In den Jahren 2010 bis 2014 hatte sie dem Land 26,5 Milliarden Euro geliehen. Damit ist Polen der sechstgrößte Nutznießer von EIB-Mitteln in der EU und der größte unter den 2004 beigetretenen Ländern. Noch mehr Geld borgten sich bei der EIB Spanien (11,9), Italien (10,9), Frankreich (8,2), Deutschland (7,7) und Großbritannien (7 Milliarden Euro). Die größten Projekte, die in Polen mit solchen Krediten finanziert werden, betreffen Straßenprojekte (S5 Bydgoszcz-Wrocław, S3 und S17 Warszawa-Lublin sowie A1 Pyrzowice-Częstochowa), den Kupfer- und Silberproduzenten KGHM und die Bahn (Sanierung der Gleise zwischen Kraków und Katowice). Von 2010 bis 2014 waren EIB-Gelder auch in Telekommunikation, Industrie, Landwirtschaft, Wasser-, Abwasser- und Stromnetze, Bildung, Gesundheit und Müllentsorgungssysteme geflossen. (EIB 23. Februar 2015)

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