100 Jahre Autohaus Urbaniak
HWK Cottbus

100 Jahre Kfz-Handwerk in Privatbesitz

Autohaus Urbaniak aus Senftenberg

Am 1. September 1921 machte sich Handwerksmeister Albert Lorsch mit einer Mechanikerwerkstatt am Steindamm in Senftenberg selbstständig. Heute, 100 Jahre später, führt Heiko Lehmann mit dem Autohaus Urbaniak die beeindruckende Tradition fort.

Beim Mitsubishi-Vertragshändler bekommen die Kunden sämtliche Reparatur- und Serviceleistungen für ihre Fahrzeuge geboten. Etliche von ihnen sind Stammkunden. „Wir betreuen sogar noch Autos, die nach der Wende von uns verkauft wurden“, sagt Heiko Lehmann. Er kann sich noch gut an den 1. Juli 1990 erinnern.

Damals drängelten sich unzählige Menschen auf das Betriebsgelände. Hans-Dieter Urbaniak, der damalige Inhaber des Autohauses, hatte frühzeitig einen Vertrag mit Mitsubishi geschlossen. Plötzlich konnten die Menschen „Westautos“ kaufen. Die D-Mark war ab jenem Tag auch offizielles Währungsmittel in Ostdeutschland. „Da war richtig Remidemmi bei uns auf dem Hof“, erinnert sich Heiko Lehmann.



Erfolgreiche Unternehmensnachfolge

Der Kraftfahrzeugmechanikermeister stieß im April 1990 zum Autohaus. Zuvor arbeitete er als Schlosser im KIB in Koschen. „Nach der Wende war absehbar, dass so viele Schlosser nicht mehr gebraucht würden“, erzählt der 52-Jährige. „Und so orientierte ich mich um.“

Im Autohaus Urbaniak arbeitete er sich hoch, absolvierte 1995 erfolgreich seine Meisterprüfung, wurde Serviceleiter. Seit dem 1. August 2005 führt er das Autohaus. „Die Handwerkskammer Cottbus hat mir bei der Nachfolge sehr geholfen.“ Rund fünf Jahre dauerte der gesamte Übergabeprozess.

Vier Kfz-Mechaniker arbeiten in der Werkstatt. Ein Auszubildender afghanischer Herkunft wird zum Kraftfahrzeugmechatroniker ausgebildet. Den Verkauf managt Heiko Lehmann gemeinsam mit seiner Frau Birgit, Betriebswirtin des Handwerks. Das familiäre Betriebsklima kommt beim Kunden an. Und auch das Verhältnis zum japanischen Autobauer passt.  „Für uns als Unternehmen ist die Zusammenarbeit mit dem Importeur fair und partnerschaftlich“, beschreibt Heiko Lehmann.



Dienstleistungsorientierter Betrieb

Weniger gut lief bzw. läuft die Zusammenarbeit mit den Behörden vor Ort. Insbesondere die Kfz-Zulassungsstelle hat während der Corona-Pandemie enttäuscht. Das dienstleistungsorientierte Autohaus konnte den Service für seine Kunden nicht wie gewohnt aufrechterhalten. Das ärgert Heiko Lehmann, der dazu mehrfach Kontakt mit dem Büro des Landrats aufgenommen hatte.

Dienstleistungsorientiert war das Unternehmen schon vor einhundert Jahren. Es wurde repariert, was auf den Hof kam, ist in einer Chronik zu lesen. Mit der zunehmenden Motorisierung spezialisierte sich die Firma Lorsch in den 30er-Jahren auf motorgetriebene Fahrzeuge. 1958 wurde man zum Skoda-Service.

Damals wie heute sieht sich der Betrieb vorrangig als Handwerksbetrieb. Und so wird Heiko Lehmann auch nicht bange, wenn er an die großen Veränderungen innerhalb der Autoindustrie denkt. „Auch Elektrofahrzeuge brauchen handwerkliche Fähigkeiten, wenn es um Reparaturen geht. Hinzu kommen die Benziner und Dieselautos, die nicht so schnell vom Markt verschwinden. Das sage ich immer meinen Mitarbeitern“, so der Geschäftsführer. „Wichtig ist, Qualität abzuliefern.“

 Zum Unternehmen

  • Am 1. September eröffnete Albert Lorsch in Senftenberg eine Mechanikerwerkstatt. Nach dem Krieg wurde das Unternehmen weitergeführt.
  • 1962 wurde Harry Lorsch Firmenleiter
  • Am 1. September 1978 übernahm sein Neffe, Hans-Dieter Urbaniak die Geschäfte.
  • Seit 1. August 2005 führt Heiko Lehmann die Autohaus Urbaniak GmbH im Herzen Senftenbergs.


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Michel Havasi
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