Wolfgang Purann

Aushängeschild für Brandenburg

Serie: Handwerk und Sport

Die meisten Handwerksbetriebe sind mit ihrer Region fest verwurzelt. Etliche von ihnen sponsern Sportvereine. In einer Serie wollen wir dieses Engagement hervorheben. Heute geht es um den Verein Netzhoppers Königs Wusterhausen e.V.

Nimmt man die großen Ballsportarten im Land Brandenburg, spielen derzeit gerade einmal drei Vereine in der 1. Bundesliga: Die Frauen von Turbine Potsdam (Fußball), die Frauen vom SC Potsdam (Volleyball) und eben die Männer von den Netzhoppers SolWo Königspark KW. Was der Verein, seine Mitglieder und die Sponsoren seit Jahren auf die Beine stellen, ist mehr als beachtlich.

Prunkstück ist die erste Männermannschaft, die seit dieser Saison dank des neuen Namensponsors der SolWo Königspark GmbH unter dem Namen Netzhoppers SolWo Königspark KW in der höchsten deutschen Spielklasse antreten. Das Team hat sich in der Bundesliga fest etabliert, der Spielbetrieb wurde schon 2005 in eine GmbH ausgegliedert und damit professioneller aufgestellt. In der laufenden Saison haben die Männer um den 280-fachen Nationalspieler Björn Andrae die Playoffs fest im Blick. Und das mit einem Etat, bei dem der Branchenprimus, die Berlin Recycling Volleys, nur müde lächeln kann.

Junge Talente im Blick

Das Fundament für den Spitzensport legt die breite Nachwuchsarbeit. Kinder ab sechs Jahre schmettern, pritschen, baggern und blocken im Verein. In sieben Nachwuchsklassen wetteifern die Talente ihren Idolen nach. Insgesamt sind rund 150 Frauen und Männer in den Sektionen Volleyball, Beachvolleyball und neuerdings auch Badminton bei den Netzhoppers aktiv, mehr als die Hälfte von ihnen sind Kinder und Jugendliche. Mit den Schulen in der Region arbeitet der Verein seit Jahrzehnten eng zusammen. Ziel ist, immer wieder junge Talente zu entdecken aber auch den Sport und die sportliche Betätigung an sich zu fördern und eine sportliche alternative in der Region anzubieten. 

„Wir sind derzeit ein klassischer Ausbildungsverein“, sagt Arvid Kinder (36), Geschäftsführer Sport & Organisation der 1. Bundesligamannschaft. Das bedeutet, dass junge Talente gesichtet, rekrutiert und ausgebildet werden. Sind sie besonders gut, werden andere Vereine auf sie aufmerksam und locken die Talente weg. Sportlich gesehen, tut das den Netzhoppers SolWo Königspark KW weh. Doch finanziell mithalten kann man mit den Großen der Branche noch nicht. Beschwerden hört man im Verein darüber nicht. Stattdessen wird weiter angepackt. Das Kämpfen, das „Immer-Wieder-Aufstehen“ und  die Leidenschaft für die eigene Arbeit gehören zur Philosophie der ehren- und hauptamtlichen Vereinsmitglieder und Mitarbeiter.

Wirtschaftskraft aus der Region

Unterstützt werden sie von rund 80 kleineren und größeren Sponsoren. Darunter sind auch etliche Handwerksbetriebe. „Wir sind sehr froh, dass wir so viele treue Partner haben“, so Arvid Kinder. Als Gegenleistung gibt es VIP-Tickets, Firmen-Präsentationen an Spieltagen, die Erwähnung in allen Publikationen usw. Zu nahezu 100 Prozent kommen die Sponsoren aus der Region. Da im Vergleich zu anderen Sportarten Volleyball in den TV-Medien momentan kaum eine Rolle spielt, ist es äußerst schwer bis unmöglich, größere überregionale Sponsoren zu finden. Kinder setzt nicht nur deshalb auf die Wirtschaftskraft in der Region. Die ist weiter am Wachsen. Der Speckgürtel um Berlin brummt. Ist der BER-Flughafen erst einmal am Start, wird das dem Wachstum nochmal einen Schub verleihen. Das Potenzial ist da, um den Verein künftig in andere finanzielle Dimensionen zu führen.

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HWK Cottbus

Das jedoch ist noch Zukunftsmusik. Arvid Kinder, der 18 Jahre selbst in der Bundesliga Volleyball gespielt hat, plant derzeit den Etat für die kommende Saison. Es ist im Volleyball-Sponsoring üblich, dass man Einjahresverträge abschließt. Das erschwert den Vereinen die Planung, gibt den Sponsoren jedoch die Möglichkeit, Aufwand und Nutzen immer wieder neu zu bewerten. Bis zum April müssen die Lizenzunterlagen bei der Liga eingereicht werden. Arvid Kinder setzt alles daran, möglichst viele der bisherigen Sponsoren für die neue Saison an Bord zu haben und auch neue Förderer zu finden. Verdient hätten es die Netzhoppers allemal.

Michel Havasi

Pressearbeit

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