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Azubis greifen tiefer in die Tasche

Umfrage zur Mobilität

Knapp 70 Prozent der Lehrlinge im südbrandenburgischen Handwerk befürworten ein günstiges Ticket für den öffentlichen Nahverkehr. Wenn das kommt, würde jeder Dritte dafür vom Auto auf Bus und Bahn umsteigen.

Hintergrund ist das Thema Mobilität im ländlichen Raum. Während Studierende vergleichsweise günstig für rund 28 Euro den öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) in Brandenburg nutzten können, müssen Azubis häufig deutlich tiefer in die Tasche greifen, um zu ihren Ausbildungsstätten zu kommen. So gaben 44 Prozent der befragten Lehrlinge an, monatlich mehr als 40 Euro für öffentliche Verkehrsmittel auszugeben, zwölf Prozent zahlen sogar über 100 Euro. „Das sind für Auszubildende sehr hohe Kosten“, sagt Dr. Christoph Schäfer, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Cottbus, mit Blick auf die Lehrlingsvergütungen. Je höher die Kosten für die Mobilität sind, desto unattraktiver wird ein Ausbildungs- oder Arbeitsplatz.

„Wir sehen auch, dass sich Jugendliche bevorzugt in der direkten Nachbarschaft um Ausbildungsplätze bewerben." In der Umfrage liegt der Median bei der entsprechenden Frage bei acht Kilometern. Unternehmen, die weiter entfernt ihren Sitz haben, kommen selten zu Zuge. Folge: Die freien Lehrstellen der Unternehmen können nicht besetzt werden.

Hintergrund:
An der Umfrage haben 539 Auszubildende teilgenommen.