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Französischer Metzgerlehrling testet deutsche Fleischerei

Um 6.30 Uhr beginnt der Arbeitstag von Jean-Antoine Marechal. Andere Jugendliche in seinem Alter reiben sich um diese Uhrzeit noch verschlafen die Augen. Er zerlegt frische Schweinehälften.

Jean-Antoine ist 17 Jahre alt, Franzose und für drei Wochen zu einem Praktikum in Cottbus. Das absolviert er in der Fleischerei Gerber. „Mir gefällt es hier sehr gut. Ich konnte schon viele positive praktische Erfahrungen sammeln“, sagt er.

Gebürtig stammt Jean-Antoine aus Dole, einer Stadt mit 25.000 Einwohnern im französischen Département Jura, Region Bourgogne-Franche-Comté. Dort lässt er sich in einem Drei-Mann-Betrieb zum Metzger ausbilden.  Im Gegensatz zur deutschen Fleischerlehre ist er fast nur mit der Schlachtung und Zerlegung von Tieren und Fleisch beschäftigt. Der Bereich des „Wurstmachens“ ist nicht Inhalt seiner Ausbildung. Dennoch findet er es sehr wichtig, auch Einblicke in diesen Bereich zu bekommen.

Etwa vier Mal in der Woche bekommt die Fleischerei Gerber frische Schweine- und Rinderhälften geliefert. Daraus werden die unterschiedlichsten Wurstsorten produziert. Insgesamt über 100 Produkte stellt der Handwerksbetrieb unter Verantwortung von Fleischermeister Frank Gerber her. Er unterstützt das internationale Austauschprojekt. „Mit 17 Jahren muss man erst mal das Selbstvertrauen und den Mut haben, ins Ausland zu gehen. Zudem rühren wir so auch die Werbetrommel für unser Handwerk und bekommen zugleich Einblicke in das französische Handwerk.“

Der junge französische Metzgerlehrling macht seine Sache gut. Die Verständigung läuft viel mit Händen. Auch das klappt sehr gut. Grundsätzlich ist ein Praktikum ein guter Weg ins Handwerk. Regelmäßig bietet die Fleischerei Gerber freie Plätze an. Manch einer ist nach einem Tag schon wieder weg. Jean-Antoine nicht. „Ich bin das erste Mal im Ausland und möchte mein Wissen bereichern und andere Menschen kennenlernen“, erklärt er. Es sei sehr interessant, in einer richtigen deutschen Fleischerei zu arbeiten.

Neben der Wurstproduktion setzt die Fleischerei Gerber auf die Geschäftsfelder Mittagstisch und Catering. Diese Bereiche haben in den letzten Jahren stark zugelegt. Das Weihnachtsgeschäft ist angelaufen. Die ersten Bestellungen für Gänse und Kaninchen liegen vor, die Rohschinken baden in Salz. Gearbeitet wird bis Mittag am 24. Dezember. Über die Feiertage ist dann verdientermaßen frei.

Französische Lehrlinge lernen in Südbrandenburg
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Rene Grund

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