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Betriebe gehen in die Offensive

Vielfältige Leistungen, um Fachkräfte zu halten

Auf der (verzweifelten) Suche nach Fachkräften, gehen Handwerksbetriebe mit ihren Leistungen immer mehr in die Offensive. Die Angebote sind vielfältig. Geld allein, scheint aber nur bedingt glücklich zu machen, wie Beispiele zeigen.

Bis zu 38.000 Euro brutto Jahresgehalt: Das würde ein kleiner Handwerksbetrieb aus dem Berliner Umland für einen SHK-Anlagenmechaniker bezahlen, der als Kundendiensmonteur im Einsatz ist. Hinzu kommen ein Firmenwagen, Handy, Urlaubsgeld usw. Fündig geworden ist der 4-Mann-Betrieb bislang nicht.

„Über ein Jahr haben wir eine Anzeige in Wochenblättern und im Internet veröffentlicht“, sagt der Senior-Chef. „Die Resonanz war bescheiden. Und die, die sich gemeldet hatten, wollten noch deutlich mehr Geld haben“, erklärt der Installeurmeister. „Das ging hoch bis 28 Euro die Stunde.“ So viel könne er nicht zahlen, da müsste er seine Stunde gegenüber dem Kunden mit 90 Euro abrechnen. Utopisch. 1998 gründete er den Betrieb. Hauptsächlich verwendet man Materialien „Made in Germany“ und Produkte der „Handwerkermarke“. Man ist spezialisert auf den Kundendienst für Ein - und Zweifamilienhäuser. Die Fachbereiche umfassen Sanitär, Heizung, Solar (thermisch) und Gas.

Erfolglos war bislang ebenso eine Fleischerei aus Südbrandenburg. Sie warb auf Facebook damit, 30 Prozent über Tarif zu zahlen. Gesucht wird ein Fleischer. „Kein einziger habe sich gemeldet“, sagt der Chef auf Nachfrage. Der Markt scheint leergefegt zu sein. Mehr wolle er dazu nicht sagen, er wirkt resigniert. Vier Fleischerlehrlinge werden im September ins neue Ausbildungsjahr starteten. Deutlich mehr werden sicherlich in die Rente gehen. 121 Fleischerbetriebe gibt es im Kammerbezirk. Das Fachkräfteproblem wird sich weiter verschärfen.

Das Thema treibt auch andere Branchen um. Hier finanziert zum Beispiel eine Bäckerei den Führerschein. Andere Firmen bezahlen die Verpflegung, stellen Wohnheimplätze zur Verfügung oder loben Prämien für gute Leistungen aus. Dass die Firmen immer offensiver mit ihren Leistungen werben, ist richtig so. Sie stellen sich damit als attraktive Arbeitgeber da und heben sich vom Wettbewerber ab. Und genau darum geht  es.                                            

Motivieren und Lohnnebenkosten senken
Barlöhne und Zusatzvergütungen wie Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind grundsätzlich lohnsteuer- und sozialversicherungspflichtig. Doch es gibt Entgeltbestandteile, für die keine Steuern und Sozialabgaben zu entrichten sind bzw. die pauschal lohnversteuert werden können.

Monatliche Sachbezüge
Sachbezüge wie unentgeltliche oder verbilligte Mahlzeiten, Job-Tickets oder Tankgutscheine, die zusätzlich zum Barlohn gewährt werden, sind monatlich in Höhe von maximal 44 Euro lohnsteuer- und sozialversicherungsfrei.

Überlassung eines Telefons/PC 
Arbeitgeber können ihren Angestellten ein betriebliches Handy oder einen PC (auch) zur privaten Nutzung steuer- und sozialabgabenfrei zur Verfügung stellen. Weitere Beispiele sind Kitazuschüsse, Gesundheitsförderung, pauschal versteuerte Vergütungen, Belegschaftsrabatte... 

Empfehlung:
Durch eine effektive Gestaltung der Gesamtvergütung können Steuern und Sozialabgaben gespart und Nettolöhne erhöht werden. So werden Mitarbeiter motiviert und gleichzeitig Lohnnebenkosten gesenkt. Sprechen Sie mit Ihrem Steuerberater.