HWK Cottbus

Flüchtlinge sanieren Hexenhaus im Tierpark Cottbus

Handwerkskammer vermittelt praktische Erfahrungen im Bauhandwerk

Junge Flüchtlinge geben der Gesellschaft etwas zurück. Sie sanieren das älteste Gebäude im Cottbuser Tierpark. Gemeinsam mit der Agentur für Arbeit Cottbus und dem Kulturland Brandenburg hat die Handwerkskammer Cottbus (HWK) die Möglichkeit geschaffen, dass junge Flüchtlinge mit Interesse am Bauhandwerk erste Praxiserfahrungen sammeln.

Die Flüchtlinge aus dem Projekt PerjuFH ("Perspektiven für junge Flüchtlinge im Handwerk") haben es sich zur Aufgabe gemacht, aus dem ältesten Gebäude im Cottbuser Tierpark, dem Hexenhaus, ein neues Zuhause für zwei Silberaffenfamilien zu schaffen. Dazu erneuern sie u.a. die Stülpschalung des Hauses, übernehmen die Dichtung der Wände oder richten Stämme für die Außenvolieren auf.

"Mit dem Umbau des Hexenhauses gelingt es uns, die Berufsorientierung für Flüchtlinge mit einem Projekt zu verbinden, welches der Allgemeinheit dient", sagt der stellvertretende HWK-Hauptgeschäftsführer Dr. Christoph Schäfer. "Gleichzeitig trägt das Handwerk hervorragend zur Integration der Flüchtlinge bei. Diese integrative Kraft hat Tradition im Handwerk."

Die jungen Männer stammen aus Somalia, Eritrea, Afghanistan, Syrien und dem Iran. Sie sind zwischen 21 und 32 Jahre alt. Im Baugewerbe zeigen sie sich interessiert und engagiert. "Die Jungs machen sich sehr gut. Sie sind hoch motiviert und geschickt", sagt Sarah Födisch, Sozialpädagogin im Lehrbauhof Großräschen (LBH). Fachliche Unterstützung erhalten die Migranten von LBH-Ausbildern sowie von Lehrkräften des Berufsbildungs- und Technologiezentrums (BTZ) Gallinchen.

Seit dem 20. Juni lernen die Flüchtlinge im Lehrbauhof die Berufe Dachdecker, Stuckateur, Maler, Maurer, Zimmerer, Fliesen-, Platten- und Mosaikleger näher kennen. Zudem gehört der deutsche Sprachunterricht zum Hauptaugenmerk bei der Schulung der jungen Menschen. Ein zweiter Kurs des Projektes PerjuFH findet auch im BTZ in Gallinchen statt.

Hintergrund:

Das Projekt PerjuFH, initiiert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, der Bundes-agentur für Arbeit sowie dem Zentralverband des Deutschen Handwerks, hat das Ziel, den Flüchtlingen erste berufspraktische Kenntnisse im Ausbildungs- und Beschäftigungssystem zu vermitteln. Dazu gehören fachtheoretisches und praktisches Know-how sowie berufsbezogene Sprachkenntnisse. Das Projekt soll es den Migranten erleichtern, eine eigenständige Berufswahlentscheidung zu treffen und eine für sie passende Ausbildung hier in Deutschland aufzunehmen.