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Fortbildung ohne Studium lohnt sich

Dass sich eine Fortbildung ohne Studium lohnt, zeigt der Blick auf die Einkommen, wie das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) in einer Studie herausgefunden hat. Während das durchschnittliche Bruttomonatseinkommen eines männlichen Meisters oder Fachwirts im Alter von 44 Jahren bei rund 3160 Euro liegt (Stundenlohn 17,50 Euro), kommen normale Fachkräfte (beruflich Qualifizierte) lediglich auf rund 2320 Euro (Stundenlohn 14 Euro).

Damit verdienen laut der IW-Studie Fortbildungsabsolventen gut 36 Prozent mehr als Fachkräfte. Rechnet man die etwas höhere Arbeitszeit raus, im Schnitt 43 Stunden pro Woche, dann bleibt immerhin noch ein Einkommensvorsprung von 24 Prozent. Ein 44-jähriger Hochschulabsolvent verdient im Schnitt 500 Euro mehr, also 3642 Euro. Das ist ein Stundenlohn von 20,60 Euro, bei rund 42 Stunden wöchentlicher Arbeitszeit.

Vor allem bei kaufmännischen und wirtschaftswissenschaftlichen Berufen ist das Gehaltsniveau zwischen Studium und Fortbildung relativ ähnlich. Eine große Lohnlücke zeigt sich nur bei technischen Berufen wie beispielsweise Ingenieuren. Hier unterscheiden sich die Tätigkeitsprofile deutlicher voneinander als in Büroberufen.

Für den Forscher des IW Köln, Michael Zibrowius, war das Ergebnis überraschend. Die Experten haben insgesamt 1357 Unternehmen aller Größen und mehr als 17.500 Erwerbstätige im Alter von 25 bis 65 Jahren befragt. Fazit: "Man muss davon wegkommen, dass ein Akademiker automatisch immer mehr verdient und auf jeden Fall eine Karriere macht. Ich muss heute nicht mehr studieren, um aufzusteigen und ein gutes Gehalt zu verdienen", sagte der Ökonom der Zeitung "Der Westen".