HWK Cottbus

Innovationsregion Lausitz zieht positive Bilanz

Erste Innovationsprojekte erfolgreich abgeschlossen

Die Innovationsregion Lausitz GmbH (iRL) ist jetzt an ihrem neuen Standort in der Hubertstraße 24 in Cottbus aktiv. Damit stehen für die Innovationsarbeit verbesserte Ausstattungen und Workshopräume in unmittelbarer Nähe zur BTU Cottbus-Senftenberg, zur Industrie- und Handelskammer Cottbus, zur Handwerkskammer Cottbus sowie zur Wirtschaftsinitiative Lausitz e.V. zur Verfügung.  

Die Innovationsregion Lausitz GmbH hat seit Oktober 2016 zusammen mit den IHKs Cottbus und Dresden sowie den Hochschulen BTU Cottbus-Senftenberg und der Hochschule Zittau-Görlitz 15 Unternehmen in Sachsen befragt, wie stark sie vom Strukturwandel in der Lausitz betroffen sind und wo sie Hilfe bei der Entwicklung neuer Geschäftsmodelle benötigen. Diese vom Sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr (SMWA) finanzierte Studie ergänzt die vorangegangene Befragung in Brandenburg.

Insgesamt wurden im Dialog mit den Unternehmen inzwischen mehr als 70 Projekte in Brandenburg und Sachsen identifiziert, die Wachstumsansätze in die Region bringen können. Um diese Projekte voranzubringen bietet die Innovationsregion den Unternehmen vier Workshop-Formate an. Diese unterstützen die Unternehmen bei der Erarbeitung einer Wachstumsstrategie, bei der Produktinnovation, der Geschäftsmodelloptimierung und der Markteinführung.

Die neuen Räumlichkeiten der Innovationsregion Lausitz GmbH sind ein ausgezeichneter Ort, um diese Innovationsarbeit in enger Zusammenarbeit mit Partnern aus der Region zu ermöglichen.

Ein Beispiel dafür ist das Projekt der  „Professor Dr. Berg & Kießling GmbH“ zur Markteinführung „ölfreier Mikrogasturbinen“. Die Professor Dr. Berg & Kießling GmbH ist ein Cottbuser Start-Up, das aus der BTU Cottbus-Senftenberg heraus entstand. Mikrogasturbinen sind im Prinzip kleine, dezentral arbeitende Kraftwerke, die Strom- und Wärmeherstellung koppeln. Sie arbeiten durch ihre Auslegung auf den jeweils lokal vorhandenen Brennstoff effizienter als handelsübliche Heizöl- oder Gasanlagen.  Mit den Mikrogasturbinen könnte eine neue Schlüsseltechnologie aus Cottbus kommen und eine wichtige Nische im weltweiten Energiemarkt erschließen.

„Die effiziente Nutzung dezentraler Energiepotentiale durch kleine Energiewandler erlangt zunehmend an Bedeutung. Die Technologie der ölfreien Mikrogasturbine wird hierfür bereits heute in einigen Anwendungsfeldern wie der umweltfreundlichen Elektromobilität und bei der Nutzung hochkalorischer Industriereststoffe eingesetzt. Insbesondere Cottbus und die Lausitz bieten optimale Bedingungen um sowohl Technologieentwicklung als auch Produktion für den Weltmarkt durchzuführen“, erläutert Sebastian Kießling, geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens.

Die Innovationsregion Lausitz GmbH unterstützt die Professor Dr. Berg & Kießling GmbH bei der Optimierung des Geschäftsmodells und der Vernetzung. Ziel ist, möglichst viele Anwendungen für die innovativen Mikrogasturbinen bei industriellen Nutzern zu entwickeln.

Ein weiteres Beispielprojekt wurde von der iRL gemeinsam mit einem etablierten Unternehmen, der ABB Automation GmbH, am Standort Cottbus auf den Weg gebracht. Dabei geht es darum, das Potential von neuen digitalen Technologien in der Prozessindustrie zu nutzen.

„Die Innovationsregion unterstützt uns bei der Entwicklung von Projekten mit denen wir zukünftige Herausforderungen in unseren Märkten meistern wollen.  Wir haben die von der iRL angebotenen Innovations-Workshops z. B. genutzt, um das Konzept für ein Performance Monitoring aufzusetzen. Dies soll hier aus der Lausitz heraus für Anlagen, die wir weltweit errichtet haben, zur Anwendung kommen“,  zieht Peter Mühlbach , Manager Process Industries Germany und Leiter des Cottbuser Standortes der ABB, Bilanz. „Ferner haben wir große Datenmengen, die bisher noch ungenutzt auf unseren Speichern liegen. Mit Hilfe von Big Data Technologien sollen diese nun erschlossen werden.“

„Die Innovationsregion Lausitz GmbH stellt nicht nur moderne Innovationsmethoden bereit, sondern will auch den bestehenden Unternehmen bei der intensiveren Vernetzung mit anderen Unternehmen helfen“, erklärt Dr. Hans Rüdiger Lange. „Die große Herausforderung der Lausitz besteht ja darin, die in der Region vorhandenen Fähigkeiten mit den  Wachstumspotentialen neuer Märkte zu koppeln. Entscheidend für den nachhaltigen Erfolg ist dabei die geschäftliche Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Unternehmen.“

Anhand der Bestandsaufnahme, die in den vergangenen Monaten durch die iRL erfolgte, zeichnen sich heute konkrete Felder ab, in denen sich regionale Unternehmen vernetzen und mit Unterstützung der iRL ihre Projekte umsetzten wollen. Das betrifft vor allem den Übergang von der Industrie-Wartung zur spezialisierten Fertigung, die Industrieautomatisierung  sowie die Industrialisierung der Erneuerbaren Energien. Dazu kommen neue Konzepte zur Energieversorgung in Städten oder interessante Ansätze, die Absatzmärkte der benachbarten Metropolen Berlin, Dresden und Leipzig ins Visier zu nehmen.

„Die Innovationsregion Lausitz wird einen wesentlichen Schwerpunkt ihrer Arbeit in den kommenden Monaten darauf legen, in diesen Feldern die erforderliche Kooperation  von Unternehmen und Institutionen der Region voranzubringen, damit die jetzt  identifizierten Wachstumspotenziale erschlossen werden können. – Immer mit dem Ziel, in der Lausitz leistungsfähige mittelständische Betriebe und hochwertige Industriearbeitsplätze zu erhalten“, so Dr. Hans Rüdiger Lange.

Bild f├╝r Relaunch 2017

Michel Havasi

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