Methoden der Mitarbeitermotivation

Ein Mix aus Anerkennung, Forderung und Förderung

Ein entscheidender Faktor bei der Mitarbeitermotivation ist das Führungsverhalten des Vorgesetzten. Wir zeigen auf, welche Methoden greifen, welche nicht und was neben Anreizen noch wichtig ist, damit der Mach-Lust-Motor läuft.

1. Nur kurzfristig greifen - wenn überhaupt Zusatzprämien, Gehaltserhöhungen, die Auszeichnung "Mitarbeiter des Monats" oder ähnliche Belohnungssysteme. "Das hat unter anderem damit zu tun, dass unser Lebensstandard so hoch ist und Menschen heute andere Bedürfnisse haben als früher", erklärt Jan Bodo Sperling, Unternehmensberater.

2. Das Erleben von Autonomie, Anerkennung und Vertrauen und häufiges Feedback auf geleistete Arbeit, spielen eine große Rolle: So erleben sich Mitarbeiter als kompetent, ernst genommen. "Ein positives Menschenbild, Respekt vor Menschen und Leistung sind Voraussetzung, damit immaterielle Anreize funktionieren", sagt Marco de Micheli, Autor des Buches "Nachhaltige und wirksame Mitarbeitermotivation".

3. Ein Mitarbeiter muss Ziele und Aufgaben haben, die ihn herausfordern aber nicht überfordern. Sie sollten mit dem Vorgesetzten vereinbart und in regelmäßigen Abständen überprüft werden. "Wichtig ist, dass ich den Mitarbeitern zur Erreichung ihrer Ziele schrittweise mehr Verantwortung und Freiraum gebe. Dabei muss ich sie begleiten, sie als Partner verstehen: Präsenz zeigen, Probleme erkennen und darüber sprechen", rät Sperling.

4. Weiterbildung "on the Job" - qualifizieren Sie Ihre Mitarbeiter zeitgemäß. Die Bindung des Mitarbeiters ist selbsterklärend, wenn der Arbeitgeber diese Aufwertung der eigenen Person finanziert. Auch das Ausbilden von internen Meisterschülern ist Honorierung und Mitarbeiterbindung zugleich.

5. Nur informierte Mitarbeiter sind motiviert. "Wissen und Information müssen innerhalb des Betriebs verteilt und den Mitarbeitern auf eine Weise zugänglich gemacht werden, dass sie organisatorische Prozesse nachvollziehen und sich mit eigenen Anliegen und Vorschlägen einbringen können", erklärt Heinz Mandl, Professor für Pädagogische Psychologie an der Uni München.

6. Motivation ist ein aktiver, langfristiger Prozess und sollte eine Daueraufgabe in der Führungs- und Unternehmenskultur sein. Nur ein Vorgesetzter, der seine Mitarbeiter permanent fördert, an deren Fähigkeiten glaubt und sie aktiv mit Schulungen und herausfordernden Aufgaben weiterentwickeln hilft, motiviert nachhaltig.

Der Fachkräftemangel ist kein vorsichtiger Ausblick in die Zukunft, sondern längst branchenübergreifend Realität. Grund genug, als Arbeitgeber mehr Kraft in die Mitarbeiterbindung zu investieren, um so die aktuell größere Herausforderung Mitarbeiterakquise zu umgehen.



Quellen: UNI München, Focus