Baustoffmangel 2022
HWK Cottbus

Pandemie und Ukrainekrieg belasten regionales Handwerk

Konjunkturumfrage zeigt Herausforderungen / Lösungen angemahnt

Nach der für viele Handwerksbetriebe kräftezehrenden Corona-Pandemie hatten die Unternehmen gehofft, wieder voll durchstarten zu können. Doch mit dem Ukraine-Krieg und seinen Folgen stehen erneut enorme Herausforderungen an. Das geht aus den Ergebnissen der aktuellen Frühjahrsumfrage zur Konjunktur der Handwerkskammer Cottbus (HWK) hervor.

Hohe Energiepreise, massiv gestiegene Materialpreise, gestörte Lieferketten und fehlende Materialien beeinflussen die Auftragsbearbeitungen überproportional und gefährden die wirtschaftliche Basis der Unternehmen. Die derzeitige Situation ist von großen Unsicherheiten geprägt. Je länger dieser Zustand anhält, desto prekärer wird die Lage.

Aus diesen Gründen fordert die Handwerkskammer Cottbus:

1. Die Handwerkskammer Cottbus begrüßt, dass die Preisgleitklausel beschlossen wurde. Nun müssen auch die Kommunen folgen. Auch sind Förderprogramme des Bundes und des Landes zügig anzupassen und Klauseln zur Geltendmachung von Mehrkosten aufzunehmen.

2. Die Kaufkraft der Verbraucher sinkt täglich. Um die Nachfrage im Handwerk nachhaltig zu stützen, sollte die Mehrwertsteuer auf handwerkliche Dienstleistungen und Produkte gesenkt werden.

3. Das Entlastungspaket der Bundesregierung ist immer noch nicht in Sicht und zudem für Arbeitgeber mit weiteren Unsicherheiten verbunden. Hier sind schnelle Aufklärung und Umsetzung gefordert.

4. Viele Liefer- und Wertschöpfungsketten sind gegenwärtig beeinträchtigt oder unterbrochen. Was mittelfristig die globale Abhängigkeit lindern wird, sind regionale Wertschöpfungsketten. Die Politik ist gefordert, regionale Wirtschaftskreisläufe zu stärken bzw. neu aufzubauen.



Aus dem Konjunkturbericht:

82,7 Prozent (Vorjahr: 69,1 Prozent) der Unternehmen sind mit der Geschäftslage zufrieden. Damit beurteilen die Handwerksbetriebe ihre Geschäftslage etwas besser als im Vorjahreszeitraum, an die Werte vor Corona (Frühjahr 2019, 95,5 Prozent) reichen sie jedoch bei Weitem nicht heran.

Ebenfalls verschärft hat sich der Fachkräftemangel. 42,5 Prozent (Vorjahr: 28,1 Prozent) der antwortenden Unternehmen suchen aktuell Fachkräfte. Jeder fünfte Betrieb muss die Aufträge mit weniger Personal stemmen. Im Durchschnitt werden je Unternehmen vier Fachkräfte und ein Auszubildender gesucht.

Die Auftragslage selbst ist ungebrochen hoch. Im Berichtszeitraum wird die Entwicklung des Auftragsbestands von 80,9 Prozent (Vorjahr: 65 Prozent) der Unternehmen positiv bewertet. Deutlich über dem Vorjahresniveau liegen die Auftragsreichweiten, die im Gesamthandwerk von 8,3 auf 12,3 Wochen anwuchsen.

Insgesamt sind 80,8 Prozent der Handwerksunternehmen mit der Verkaufspreisentwicklung zufrieden. Alle Gewerbegruppen berichten jedoch von deutlichen Preiserhöhungen, welche nicht zuletzt mit den steigenden Energie- und Rohstoffpreisen in Verbindung stehen.

Für die bevorstehende Konjunkturperiode rechnet jedes vierte Unternehmen mit einer Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage, über die Hälfte geht von einer unveränderten Geschäftslage aus. Maßgebend für die Entwicklungen werden die wirtschaftlichen Folgen des Kriegs in der Ukraine oder der Sanktionen sein und wie sich die Unternehmen, unterstützt durch die Politik, darauf einstellen können.





 Hier finden Sie den vollständigen Konjunkturbericht. Vom 11. bis 25. März wurden die Antworten der Handwerksbetriebe erfasst.



 Die Konjunkturberichte der vergangenen Jahre finden Sie unter  www.hwk-cottbus.de/konjunktur



 Ansprechpartnerin

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Manja Bonin
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