Videokonferenz Olaf Scholz
HWK Cottbus

Perspektive für Kosmetiker weiter in der Schwebe

Videoschalte mit Vizekanzler Olaf Scholz bringt wenig Konkretes

Rund 80 Unternehmerinnen und Unternehmer aus dem Friseur- und Kosmetikhandwerk haben mit Vizekanzler Olaf Scholz per Videokonferenz über ihre Situation gesprochen. Die Ergebnisse waren recht dürftig. Eine Öffnungsperspektive haben die Kosmetikerinnen nicht bekommen. 7 Prozent Mehrwertsteuer auf personenintensive Dienstleistungen wird es auch nicht geben. Zumindest in den Beschlüssen der Bundesregierung nächste Woche sollen Öffnungsszenarien skizziert werden, so der Bundesfinanzminister.

Was rechtfertig die weitere Schließung der Kosmetikstudios, bei sehr hohen hygienischen Standards? Warum dürfen die KosmetikerInnen, die beim Dermatologen angestellt sind, arbeiten? Wird es Unternehmerlöhne geben? Wie sieht die Unterstützung für Betriebe mit Auszubildenden aus? Kommt da noch was? Warum öffnet Bayern die Kosmetikbetriebe und Brandenburg nicht? 

Diese und viele weitere Fragen füllten den Chatroom. Aufgrund der Kürze der Zeit konnten längst nicht alle Themen besprochen werden. Die Fragen, auf die Olaf Scholz einging, wurden in den meisten Fällen nicht zur Zufriedenheit beantwortet – so zumindest das Fazit der Teilnehmer nach der Veranstaltung. Eine schrieb, man sieht, dass die Politik sehr weit weg ist von der Basis.



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Die Kosmetikerinnen und Kosmetiker äußerten vor allem großes Unverständnis darüber, warum die Friseurinnen und Friseure öffnen dürfen und sie nicht. Auf die Frage weicht Olaf Scholz aus: „Das muss genau abgewogen werden, wer wann öffnen darf. Damit wir nicht in ein paar Wochen wieder schließen müssen.“

Dass der Bundesfinanzminister sich der Runde überhaupt gestellt hatte, honorierten die Unternehmerinnen und Unternehmer. Im Gespräch zu sein, ist immer besser, als gar nicht zu reden. Nur darf es eben nicht nur beim Reden bleiben. Die Wirtschaft verlangt Taten. Viele Betriebe stehen mit dem Rücken zur Wand. Das gilt insbesondere für die Kosmetikerinnen. Die Haut als das größte menschliche Organ spielt für die Gesundheit des Menschen eine sehr große Rolle.  Viele Kosmetikerinnen fühlen sich missverstanden in der Ausübung ihres Berufes. Es geht hier nicht nur um Schönheit und Wellness, sondern vor allem auch um die Gesundheit.

Etwas Perspektive konnte Olaf Scholz dennoch bieten. In den Beschlüssen, die die Bundeskanzlerin nächste Woche mit den Ministerpräsidenten trifft, werden mit ziemlicher Sicherheit gewisse Öffnungsszenarien vereinbart werden. Bayern lässt Kosmetiker ab März wieder arbeiten, das bringt die anderen Bundesländer unter Zugzwang. Gehen sie mal davon aus, so Olaf Scholz, dass wir da eine Vereinheitlichung in Deutschland wollen.

Keine Luft hingegen ließ der Bundesfinanzminister an das Thema Steuern. Die Senkung der Mehrwertsteuer ist mit ihm nicht machbar. "Wir werden nach der Krise sehr viel Geld benötigen." Deshalb müsse man sehr vorsichtig umgehen mit den Ausgaben. 

 Ansprechpartner

Michel Havasi
Pressearbeit

Telefon 0355 7835-200
Telefax 0355 7835-283
havasi--at--hwk-cottbus.de



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