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Schwannecke: "Handwerk ist konjunktureller Stabilitätsanker"

Deutschlands Wirtschaft bleibt trotz der europäischen Staatsschuldenkrise weiterhin stabil – auch dank des Handwerks: "Die Nachfrage nach werterhaltenden Produkten und Dienstleistungen steigt. Das ist gut für das Handwerk, es bleibt so ein konjunktureller Stabilitätsanker", so ZDH-Generalsekretär Holger Schwannecke in einem Interview mit der Leipziger Volkszeitung (14. Mai 2013).

Manche Ökonomen halten den Fachkräftemangel für eine „Fata Morgana“. Wie ist die Situation im Handwerk?

Schwannecke: Der Fachkräftemangel ist keine „Fata Morgana“, sondern für das Handwerk, wie für alle Wirtschaftsbereiche, ein sehr präsentes Thema. Es gelingt uns immer besser, ältere Mitarbeiter länger in Arbeit zu halten, allerdings finden wir einfach schwieriger Nachwuchs. Insbesondere kleinere Betriebe haben Probleme, ihre Lehrstellen zu besetzen. Die Zahl der Schulabgänger hat sich in Ostdeutschland aufgrund der demografischen Entwicklung halbiert, im Westen sinkt sie ebenfalls. Dazu kommt der Trend hin zu Abitur und Hochschule. In der Folge geht die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge zurück. In den vergangenen drei Jahren konnten wir 35 000 Ausbildungsplätze nicht besetzen.

Wie wollen sie dieses Dilemma beheben?

Schwannecke: Wir versuchen deutlich zu machen, dass die jungen Menschen nicht nur über die akademische Laufbahn, sondern auch über die berufliche Bildung Karriere machen können. Mit Erfolg: Die Zahl der Abiturienten im Handwerk ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich auf jetzt 9,2 Prozent gestiegen. Die Betriebe kümmern sich aber auch um Jugendliche ohne Schulabschluss – auch ihr Anteil steigt an. Wenn Handwerksmeister sehen, dass ein Wille da ist, dann geben sie gerne eine Chance, oft mit Erfolg. Und letztlich müssen wir allen jungen Frauen und Männern deutlich machen, dass das Handwerk mit Blick auf die Zukunft die richtigen Antworten liefern kann. Beim Thema Energie beispielsweise sind die Spezialisten des Handwerks bereits Spitze in Europa. Zum kompletten Interview