HWK Cottbus

Umfrage: Konjunktur im Handwerk bleibt auf Kurs

Die Konjunktur im südbrandenburgischen Handwerk zeigt sich weiterhin stabil. Die gute Beschäftigungssituation auf dem regionalen Arbeitsmarkt und damit verbunden die starke Binnenkonjunktur sorgen für eine robuste Nachfrage nach Handwerksleistungen. Positiv ist, dass jedes dritte Unternehmen höhere Preise am Markt durchsetzen konnte. Das stärkt die Liquidität der Betriebe.

Neun von zehn befragten Handwerksbetrieben sind mit ihrer derzeitigen Geschäftslage zufrieden. Getragen wird die Stimmung vom Ausbaugewerbe und von den Personenbezogenen Dienstleistungen. Hier berichten 93,9 Prozent bzw. 91,7 Prozent der Unternehmen von guten bis zufriedenstellenden Geschäften. Vergleichsweise lange Auftragsvorläufe und gestiegene Verkaufspreise sind die Hauptgründe für das positive Klima.

Etwas abgekühlt im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Stimmung dagegen im Bauhauptgewerbe. Zwar sind immer noch 92,5 Prozent der Unternehmen mit ihrer Situation grundsätzlich zufrieden. Im Detail zeigten sie sich aber längst nicht mehr so euphorisch wie Anfang 2015. Auch im Nahrungsmittelgewerbe flaute die Stimmung ab. Hier sind nur noch zu 72,7 Prozent (2015: 90 Prozent) zufrieden mit ihren Geschäftslagen, mehr als ein Viertel (27,3 Prozent) beurteilt die Lage sogar als schlecht.

Ein Thema, das über alle Gewerke hinweg eine Rolle spielt, ist die "Rente mit 63". Etwa jedes fünfte Handwerksunternehmen verlor im ersten Quartal 2016 Mitarbeiter. Vielfach nutzten die Beschäftigten die Möglichkeit, eher in den Ruhestand zu gehen. Das verschärft die Personalsituation in den Unternehmen, da es in einigen Branchen zunehmend schwieriger wird, geeignetes Fachpersonal als Ersatz zu finden.

Den Optimismus für das laufende Jahr kann diese Lage jedoch nicht eintrüben. Für die kommenden Monate rechnet im Gesamthandwerk mehr als ein Drittel der befragten Betriebe mit besseren Geschäften. Die positiven Erwartungen verteilen sich auf alle Betriebsgrößen – vom Ein-Mann-Betrieb bis hin zu Unternehmen mit 50 und mehr Beschäftigten.