Vorrang für betriebliche Ausbildung

Das Übergangssystem zwischen Schule und Ausbildung muss praxisnäher werden. Das fordert ZDH-Präsident Otto Kentzler gegenüber der Neuen Osnabrücker Zeitung (28. Mai 2013). Die betriebliche Einstiegsqualifizierung nennt er als geeignetes Instrument gerade für schwache Schulabgänger. Die Beratung, so Kentzler, erfolgt schon in jeder zweiten Handwerkskammer durch Mitarbeiter mit Migrationshintergrund.

"Das Übergangssystem zwischen Schule und Ausbildung muss praxisnäher werden. Nicht der weitere Verbleib an einer Schule, nein, die Vorbereitung auf eine berufliche Ausbildung und die Vermittlung an einen Ausbildungsbetrieb muss im Vordergrund stehen.

Im Ausbildungspakt wurde mit der Einstiegsqualifizierung dafür bereits ein erfolgreiches Instrument geschaffen. Bis zu 12 Monate können sich Betrieb und Ausbildungsbewerber/-in so kennenlernen, im Erfolgsfall kann das Gelernte auf die folgende Ausbildung angerechnet werden. Doch die bei den Betrieben eingeworbenen Plätze für eine Einstiegsqualifizierung bleiben häufig unbesetzt. Die Politik ist daher gefordert, den Einstiegsqualifizierungen einen höheren Stellenwert im Übergangssystem beizumessen.

Das gilt insbesondere für Migranten, denn hier bleiben bisher fast ein Drittel der 25-35jährigen ohne Berufsabschluss. Häufig auch, weil sie den Weg in eine Einstiegsqualifizierung nicht gegangen sind. Dabei ist dieses Instrument besonders für Schulabgänger mit schwachem Schulzeugnis gut geeignet, da diese sich in der Praxis beweisen und bewähren können.

Die Handwerkskammern beraten gerne Jugendliche mit Migrationshintergrund in allen Fragen der Ausbildung! Das Handwerk hat seine Zusagen aus dem Nationalen Aktionsplan Ausbildung erfüllt: Jede zweite Kammer hat Berater mit Migrationshintergrund und Migranten im Ehrenamt. Mittlerweile sprechen bereits 80 Prozent aller Handwerkskammern gezielt Migranten für eine Ausbildung an." (Die Daten basieren auf einer Umfrage des ZDH von 2012)