HWK Cottbus/Veit Rösler

Wort der Meisterin

Maria Hilbrich, Maler- und Lackierermeisterin aus Schlieben

Ich will Malerin werden. Wie Papa! Dies gab ich als kleines Mädchen stets zur Antwort, wenn ich im Kindergarten nach meinem Berufswunsch gefragt wurde. Die Arbeit mit dem Pinsel in der väterlichen Werkstatt, das Farbenmischen aber auch die Fahrt nach Wittenberg, um Lack in Pappbottichen zu kaufen, sind mir gut in Erinnerung. Mein Vater wollte keineswegs, dass ich diesen Beruf erlerne. Er wusste, wie körperlich anspruchsvoll dieser ist. Ich ließ mich aber nicht entmutigen.

Für mich ist dieser Beruf eine Berufung. 1997 beendete ich meine Lehre. Im Jahr 1999 war ich mit zwanzig Jahren die jüngste Maler- und Lackierermeisterin in Deutschland. Nötig war diese frühe Meisterschule, um den väterlichen Betrieb fortführen zu können.

Seit 2006 bin ich selbstständig. Der Beruf ist anstrengend, macht aber auch viel Spaß. Am Ende des Arbeitstages ist immer ein tolles Ergebnis zu beschauen. Das macht zufrieden, wenn man weiß, wie es vor meiner Arbeit aussah. Oft geben einem die privaten Auftraggeber freie Hand. So entstehen in Kinderzimmern etwa Comicfiguren an den Wänden oder Engel über den Betten. Hier kreativ werden zu können, ist sehr befriedigend.

Auch von den Arbeitsherausforderungen ist der Malerberuf sehr vielseitig: Spachtelarbeiten, Tapeten entfernen und hochwertige Tapeten anbringen, Lackfarbanstriche, Abwaschen von Leimfarben, Grundieren, Fassadengestaltung, Stuckarbeiten, Lasurarbeiten, Vergoldung, Holzanstriche auf Ölbasis oder alte Fenster aufarbeiten umfasst meinen Arbeitsalltag. Viel Wert legen die Kunden heute auf eine gute Beratung und auf Sauberkeit.

Maria Hilbrich (39) ist Maler- und Lackierermeisterin aus Schlieben. Seit 2003 ist sie auch Restauratorin. Neben ihrer Selbstständigkeit ist sie als Mitglied in der Vollversammlung der Handwerkskammer Cottbus aktiv. In der Freizeit singt sie in einem Chor.