CGA-Verlag GmbH

Wort des Meisters: Dirk Albinus

Hier ist handwerkliches Können gefragt

Senkfuß, Plattfuß, Spreizfuß, Hohlfuß und Schuhe für Diabetiker - ein Orthopädieschuhmacher braucht ein großes orthopädisches Fachwissen. Dennoch ist der Beruf ein Handwerksberuf im besten Sinne.

Denn nach dem Kundengespräch, einer Fußvermessung, einer Bewegungs- und Belastungsanalyse geht es in die Werkstatt. Hier wird für jeden Kunden ein ganz individueller Schuh gefertigt. Der Maßschuh ist immer ein Prototyp, allerdings einer der zum Einsatz kommt.

Deshalb ist hier handwerkliches Können gefragt. Der Kunde erwartet, dass der Schuh passt. Zwanzig bis dreißig Arbeitsstunden kommen so für einen Maßschuh zusammen. Es wird mit Augenmaß und Fingerspitzengefühl gezeichnet, geschnitten, gesägt, geschliffen und geklebt. Häufigstes Material ist nach wie vor das Leder. Dieses Naturmaterial besitzt die besten Eigenschaften für das Fuß- und Schuhklima. Aber auch Materialien wie Kork, Schaum, -und Kunststoffe, Textilien, Metall und Carbon gehören zu den Werkstoffen, mit denen ein Orthopädieschuhmacher umgehen muss. Ein geschultes Auge ist ganz wichtig. Viele Ideen zur optimalen Passform entstehen auch während des Fertigungsprozesses.

Die Auftragslage ist bestens, ebenso wie die Berufsaussichten. Allerdings hat kaum ein Schüler bei der Berufswahl diese Tätigkeit im Kopf. Hier ist viel Aufklärungsarbeit nötig. Dreieinhalb Jahre dauert die Ausbildung. Berufsschulen gibt es in Thüringen und Lübeck. Allein daran ist zu sehen, dass der Beruf eine Art Exot ist. Kommt der Nachwuchs nicht, werden wir die Arbeit künftig nicht schaffen, da diese mit dem Kopf und der Hand von keinen Maschinen beschleunigt werden kann.

Hintergrund
Dirk Albinus (34) ist Orthopädieschuhmachermeister und Geschäftsführer der Albinus GmbH in Cottbus