Unternehmensnachfolge ist kein einzelner Schritt, sondern ein Prozess. Zwei wichtige Förderwege zur Sicherung Ihrer Unternehmensnachfolge

Die Suche nach einer geeigneten Nachfolge gehört zu den größten Herausforderungen für viele Betriebe – gerade im Handwerk. Oft liegt die Lösung näher als gedacht: im eigenen Team. Gleichzeitig zeigt die Praxis, dass viele Unternehmen erst dann übergabefähig sind, wenn sie sich strukturell und strategisch weiterentwickeln.

Zwei Förderprogramme des Landes Brandenburg bieten hierfür konkrete Ansatzpunkte – wenn man sie richtig nutzt.

 1. Nachfolger im eigenen Betrieb entwickeln – Schritt für Schritt

Die klassische Aufstiegsfortbildung (z. B. Meister) ist nicht der einzige Weg. Doch das bedeutet nicht, dass Sie auf die Entwicklung interner Nachfolger verzichten müssen. Im Gegenteil: Gezielte Weiterbildungen können genau die Kompetenzen aufbauen, die für eine Betriebsübernahme entscheidend sind.

 Worum es dabei geht:

·         Führungskompetenz im Alltag stärken

·         Unternehmerisches Denken entwickeln

·         Verantwortung übernehmen lernen

·         Veränderungsprozesse aktiv gestalten

 Diese Fähigkeiten entstehen nicht über Nacht – aber sie lassen sich gezielt entwickeln. Gerade modulare Weiterbildungen (unter 400 Stunden) bieten hier eine flexible Möglichkeit, Mitarbeitende schrittweise an eine Führungsrolle heranzuführen.

 Bereits heute gibt es praxisnahe Qualifizierungsangebote, die genau an diesen Punkten ansetzen – etwa zur Vorbereitung auf Leitungsaufgaben im Büro, zur Führung von Mitarbeitenden oder zur besseren Selbstorganisation im Arbeitsalltag. Solche Weiterbildungen verbinden betriebliche Praxis mit persönlicher Entwicklung und lassen sich gut in den laufenden Betrieb integrieren.

 Ihr Vorteil: Sie bauen nicht nur Fachwissen auf, sondern entwickeln gezielt eine Persönlichkeit, die Ihren Betrieb in Zukunft führen kann.

 

2. Betrieb modernisieren – und damit übergabefähig machen

Ein häufiger Grund, warum Nachfolgen scheitern: Der Betrieb ist nicht zukunftsfähig aufgestellt. Prozesse sind stark personenabhängig, Digitalisierung fehlt oder neue Geschäftsfelder wurden bisher nicht erschlossen.

Hier setzt die Förderung von Innovationsfachkräften an. Wichtig dabei: Es geht nicht um zusätzliche Unterstützung im Alltag, sondern um ein klar definiertes Innovationsprojekt.

 Mögliche Ansatzpunkte:

·         Digitalisierung von Abläufen und Aufträgen

·         Einführung neuer Software oder Systeme

·         Entwicklung neuer Dienstleistungen oder Geschäftsmodelle

·         Aufbau klarer Strukturen und Verantwortlichkeiten

 Das Ziel ist immer dasselbe: Den Betrieb so weiterzuentwickeln, dass er unabhängig von einzelnen Personen funktioniert – und damit überhaupt erst übergabefähig wird.

Ihr Vorteil: Sie steigern nicht nur die Attraktivität Ihres Unternehmens für potenzielle Nachfolger, sondern sichern gleichzeitig Ihre Zukunftsfähigkeit.

 

3. Die Kombination macht den Unterschied

Die größte Wirkung entsteht, wenn beide Ansätze zusammengedacht werden:

·         Eine Innovationsfachkraft treibt die Weiterentwicklung des Betriebs voran

·         Parallel wird ein interner Mitarbeitender gezielt auf eine Führungsrolle vorbereitet

 So entsteht ein Zusammenspiel aus Struktur und Person: Der Betrieb entwickelt sich weiter – und ein Nachfolger wächst hinein. Das schafft Sicherheit auf beiden Seiten:

·         für Sie als Inhaber

·         für den potenziellen Nachfolger

·         und für den gesamten Betrieb

 

4. Ihr nächster Schritt

Wenn Sie sich mit dem Thema Nachfolge beschäftigen, lohnt sich ein Perspektivwechsel: Statt zu fragen „Wer übernimmt meinen Betrieb?“, stellen Sie sich die Frage: „Was braucht mein Betrieb – und mein Team –, damit eine Übernahme überhaupt möglich wird?“

 Die Antwort liegt oft in zwei Dingen:

·         gezielte Entwicklung von Menschen

·         und die konsequente Weiterentwicklung Ihres Unternehmens

Beides lässt sich fördern – und strategisch sinnvoll miteinander verbinden.

 

Fazit:

Unternehmensnachfolge ist kein einzelner Schritt, sondern ein Prozess. Wer frühzeitig beginnt, sowohl Menschen als auch Strukturen zu entwickeln, schafft die besten Voraussetzungen für eine erfolgreiche Übergabe.

Gern unterstützen wir Sie dabei, passende Wege für Ihren Betrieb zu identifizieren und die richtigen Fördermöglichkeiten zu nutzen. Als kostenfreies Dienstleistungsangebot steht Ihnen hierfür auch Stefan Zupp als Ansprechpartner zur Verfügung – für eine erste Orientierung, individuelle Begleitung und die Klärung der nächsten Schritte.

 Ergänzend verweisen wir auf die beiden genannten Richtlinien:

Weiterbildungsrichtlinie 2026 und Brandenburger Innovationsfachkräfte 2022.

Ansprechpartner

Anja Beck

Projektkoordinatorin Nachfolgezentrale Brandenburg

Telefon 0355 7835-152

Telefax 0355 7835-284

beck--at--hwk-cottbus.de

Stefan Zupp

Mitarbeiter Unternehmensnachfolge

Telefon 0355 7835-171

Mobil 0171 5531073

Telefax 0355 7835-284

zupp--at--hwk-cottbus.de