Steffen Rasche/LR

Tischlergeselle kehrt nach 47 Monaten Walz in die Heimat zurück

Es ist Samstag, der 13. August 2016, um 17.30 Uhr als Robin Hentzschel das Ortschild von Großkoschen übersteigt. Mit dieser Tradition der Wandergesellen geht für den 26-jährigen Tischler eine 47-monatige Wanderschaft zu Ende, die den jungen Mann u. a. durch Südengland, Frankreich, Marokko, Thailand, Australien, Schweiz und Bulgarien führte. "Portugal war aber mein Höhepunkt", gesteht Robin und fügt hinzu "das Team, die Menschen und die Umgebung waren einfach nach meinen Geschmack, bodenständig und freundlich. Ein anderer Wandergeselle beschrieb Portugal als 'Brandenburg Europas', dem kann ich nur beistimmen."

Im September 2012 startete Robin seine Reise, die er sich schon im Grundschulalter vornahm, als er das erste Mal von der Walz hörte. Die endgültige Entscheidung zur Wanderschaft fiel, als der damals 18-Jährige an einer Senftenberger Tankstelle zwei Wandergesellen erspähte und diese dann nach Schwarzkolm zur Herberge in seinem Auto mitnahm. Es folgte die Wahl des Tischlerberufes. Zudem informierte er sich über verschiedene Schächte und entschied sich als Freireisender zu wandern. In Cottbus lernte er bei einer Losbringfeier den Wandergesellen Eddie kennen, welcher nach einem weiteren Treffen den Tischlergesellen im September 2012 losbrachte.

Nach vielen aufregenden Tagen auf Wanderschaft zieht es Robin nun wieder in die Heimat: "Die Zeit ist reif, die Kluft wieder auszuziehen. Es gibt ja noch andere Wege zu reisen.“ Er kann aber jedem Interessierten nur dazu raten, auf Wanderschaft zu gehen, da "die Straße der beste Lehrmeister ist."

Und Zukunftspläne hat der ehemalige Wandergeselle auch schon geschmiedet. Er möchte zum Hufschmied umsatteln. "Vor zwei Jahren traf ich auf einer Feier einen Hufschmied, der mich zu seiner Arbeit mitnahm", erzählt der junge Handwerker, "ich durfte mitarbeiten und kam sofort super mit den Pferden zurecht. Die Arbeit hat einfach meine Leidenschaft geweckt."